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Daniel Bensaïd (1946-2010)
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Dienstag 02.02.2010
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Daniel war einer von einer kleinen Gruppe von Aktivisten, welche gegen den Konservatismus der Französischen Kommunistischen Partei rebellierten um nach den Bruch mit ihrer Jugendorganisation die Jeunesse Communiste Révolutionnaire (JCR) zu gründen. Die JCR spielte eine führende Rolle in der Studentenbewegung von 1968. Es ging weiter um den Kern der Ligue Communiste Révolutionaire (LCR) zu formieren, die bedeutendste Kraft in der weiten Linken in Frankreich welche vor einem Jahr die Neue Antikapitalistische Partei (NPA) gründete. In seiner Autobiografie beschrieb Daniel anschaulich seine Erziehung im Zentrum eines bescheidenen Bistros, welches seine Eltern in einer Arbeitergegend mit strenger kommunistischer Kultur nahe Toulouse betrieben. Diese Wurzeln helfen vielleicht sein große Gabe als Vermittler zu erklären, sogar wenn er sich mit esoterischen philosophischen Konzepten und Themen auseinandersetzte. Der große Aufschwung der Arbeiterkämpfe der späten 60er und frühen 70er Jahre animierten zehntausende junge Leute rund um die Welt sich Revolutionären Sozialistischen Organisationen anzuschließen. Ein mit Henri Weber geschriebenes Buch nannte Daniel May 1968 „eine große Hauptprobe“ für die kommende Revolution. Er beschrieb die Dringlichkeit seiner Generation, welche er später die revolutionäre Ungeduld nannte mit der Erklärung, „die Geschichte ist hinter uns her“. Nach 1968 arbeitete Daniel viele Jahre vollzeit für die LCR die die französische Sektion der Vierten Internationale war. Er bereiste weite Teile Lateinamerikas und spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der Workers Party in Brasilien. Dieser Einfluss setzte sich fort bis in die letzten Jahre. Ich erinnere mich als er eine aufheiternde Hörerschaft an Brasilianischen Sozialisten zu Fuß zum Weltsozialforum am Abend der großen Antikriegsproteste von 2003 mitbrachte und eine gewaltige Rede hielt in der er Neoliberalismus und Imperialismus anprangerte und auf die entstehenden Widerstandsbewegungen verwies. Viele der 1960er Generation verließen die revolutionäre Politik als ihre Hoffnungen auf eine schnelle Wende enttäuscht wurden. Nicht Daniel. Als Philosophie Lektor an der Pariser Universität 8 (St. Denis) schrieb er eine Reihe von Arbeiten die sich der Entwicklung einer Version von Marxismus widmeten, die trotz unbeirrter Kritik am Kapitalismus die Sensibilitäten und Unsicherheiten der Geschichte mitberücksichtigten. Vielleicht das wichtigste in einer Auswahl seiner erstaunlichen Bücher waren die gesammelten Essays in Las Discordance des temps und Marx for Our Times (zuerst im selben Jahr erschienen und in Englisch 2003). Daniel war tief beeinflusst von dem großen deutschen marxistischen Kritiker Walter Benjamin. Benjamin sah die Geschichte als eine Katastrophe und Revolution als eine plötzliche, gewaltsame Unterbrechung des normalen Gangs der Ereignisse. Obwohl er Mitte der 1990er Jahre aus der zentralen Führung des LCR ausschied blieb er politisch aktiv. Er war einer der stärksten Fürsprecher des, nach außen gehenden LCR Kurses , der sich in den erfolgreichen Kampagnen des Olivier Besancenot von 2002 und 2007 ausdrückte und beim Start der NPA. In den letzten Jahren war Daniel beschäftigt mit der Ausbildung einer neuen Generation an Aktivisten in der Marxistischen Tradition. Er schrieb eine Reihe von wichtigen Aufsätzen zu revolutionärer Strategie und dem „Neuen Internationalismus“, welcher durch die Antikapitalistische und die Antikriegsbewegung repräsentiert wird. Ebenso gründete er das Theorie - Journal ContreTemps, das jetzt mit der NPA verbunden ist. Daniel hat all das erreicht während er die letzten 15 Jahre seines Lebens mit einer ernsthaften Erkrankung kämpfte. Es war sein Spitalsbett, von wo aus er die letzten paar Monate die große Konferenz zur kommunistischen Idee plante, die am Ende dieses Monats in Paris stattfinden wird. Seine physische Gebrechlichkeit wurde Lügen gestraft durch seine Art der Übermittlung eines enorm starken Willens, durch seine reiche, tiefe Stimme und durch seine trockenen Humor welche sowohl seine persönlichen Gespräche als auch öffentlichen Reden begleiteten. Er war ein ungeheuer wortgewandter Sprecher und Schreiber. Sein Genosse Pierre Rousset drückte es richtig aus als er einmal zu mir sagte, dass Daniel über etwas schreiben würde, aber durch die lebendigen Bilder die er benutzte, gelang es ihm die Dinge besser zu treffen als wenn er direkter darüber geschrieben hätte. Der Tod von Daniel Bensaid, wie der von Chris Harman nur zwei Monate früher, beraubt den Revolutionären Marxismus eines seine stärksten und kreativsten Stimmen. Sein Einfluss wird weiterleben in seinen Schriften, in den Aufnahmen von seinen Reden, die überlebten und wie seine Wörter und sein Beispiel geholfen haben, Generationen von Kämpfern überall in der Welt zu formen. Das lindert den schmerzlichen Verlust, den seine Partnerin Sophie wie seine Familie und Freunde, und seine Genossinen und Genossen erlitten haben nicht ab. Unsere Sympathien und Solidarität gehen hinaus zu ihnen. Alex Callinicos (Übersetzung Roman Bischinger) Originalartikel: http://www.swp.org.uk/13/01/2010/daniel-bensaid-obituary Themenverwandte Artikel In den letzten Jahren (besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001) hat das Wort ... Joe Sacco ist durch seine zutiefst berührenden (graphic novel) Comic-Reportagen bekannt geworden, ... 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