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Streik im Gesundheits- und Sozialbereich: Voller Erfolg
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Sonntag 17.01.2010
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Am Donnerstag, den 14. Jänner gingen österreichweit 7.500 Arbeiterinnen und Arbeiter des Gesundheits- und Sozialbereichs auf die Straße, um für eine faire Lohnerhöhung zu demonstrieren. Allein in Wien nahmen bis zu 3.000 Menschen teil. Es sind Frauen und Männer, die alte Menschen pflegen, die behinderte Menschen betreuen, die in den Spitälern arbeiten, die mit einer Lohnerhöhung von nur 0,9 Prozent abgespeist werden sollen. Und das bei einem sehr geringen Ausgangsniveau. "Ich verdiene zwischen 800 und 1.200 Euro im Monat. Dabei sind aber 24-Stunden-Dienste und Nachtdienste schon mit eingerechnet", so ein Behindertenbetreuer.
Finanziert werden die Gesundheits- und Sozialdienste vom Staat. "Wo laufend Geld für die Rettung maroder Banken vorhanden ist, muss es auch Geld für den Gesundheits- und Sozialbereich geben", nahm vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der Abschlusskundgebung am Wiener Ballhausplatz die zuständigen Politiker auf Bundes- und Länderebene in die Pflicht. Auch die Forderung einer Reichensteuer wurde laut. "Die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind 365 Tage rund um die Uhr im Einsatz. Diese Leistung gibt es nicht zu Dumpingpreisen", so Kaske.
Es sind überwiegend Frauen, die im Gesundheits- und Sozialbereich beschäftigt sind. Doch abseits von zahnlosen Medienkampagnen, wie die von SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek für faire Löhne tut die Politik nichts für Frauen, wenn es darum geht, auch Geld dafür in die Hand zu nehmen. "Pflege ist eine Zukunftsbranche, vor allem für die Frauen", so GPA-Geschäftsführerin Dwora Stein. Als Ablenkungsmanöver wurde auch der Vorstoß Heinisch-Hoseks gewertet, die Burka zu verbieten. Stattdessen zeigten die Menschen auf der Demo großes Interesse an der Linkswende-Veranstaltung: "Kampf um Wien: Argumente gegen Islamfeindlichkeit". Die Arbeitgeber, zum guten Teil private Vereine, wie die Caritas oder der Fonds soziales Wien, versuchen indes die Arbeiterinnen und Arbeiter ein schlechtes Gewissen einzureden, weil sie ihre Schützlinge während eines Streiks im Stich ließen. Dem erteilt Stein eine klare Absage: "Die Rahmenbedingungen müssen für die PatientInnen, die KlientInnen und für die Beschäftigten stimmen." Längst wird auch im Sozialbereich vor allem versucht, Geschäfte zu machen. So ist der Verein "Sozial Global" inzwischen zur Aktiengesellschaft geworden. Die Gewinne versucht man durch Lohndumping zu steigern. Die öffentlichen Betriebsversammlungen in Form von Demonstrationen in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt - de facto Streiks - zeitigten bereits erste Erfolge: Die Arbeitgeber forderten eine Jahresdurchrechnung bei der Arbeitszeit, anstatt die Überstundenzuschläge früher auszuzahlen sowie die Abschaffung der 50%-igen Zuschläge für die 39. und 40. Arbeitsstunde. Obendrein sperrten sich die Arbeitgeber gegen die Gewerkschaftsforderung nach einer Anrechnung von Zeiten der Elternkarenz im Lohn- und Gehaltsschema. Diese Forderungen seien nun vom Tisch, sicherten die Arbeitgeber heute zu. Am 21. Jänner gibt es die nächste Verhandlungsrunde. Sowohl die Gewerkschaft vida, als auch die GPA sicherten zu, einen Streik zu unterstützen, sollten die Verhandlungen kein anständiges Plus für die 80.000 Arbeiterinnen und Arbeiter des Sozial- und Gesundheitsbereichs ergeben. Alle Fotos ansehen Querverweise Endlich wird wieder Frauenpolitik gemacht. Ab 2010 soll ein neues Gleichbehandlungsgesetz die ... Themenverwandte Artikel Über 2.000 Kindergarten- und Hortpädagoginnen, Kinder und Eltern haben sich am 17. Oktober 2009 ... Am 5.Mai protestierten in Griechenland Millionen gegen das Sparpaket der Regierung. Am Rande ... Nach der Welle der Radikalisierung der letzten Jahre verlor die konservative Partei „Neue ... Am 22.Mai lud Linkswende den griechische Sozialisten, Gewerkschafter und Aktivisten Giannis Koutras ... Busfahrer in Kapstadt streiken für höhere Löhne. WM-Tickets können sie sich nicht leisten. ... Von Isaac Salinas aus Barcelona Spanien war eines der ersten Länder Europas, das auf Druck ... Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds sind bereit den Banken weitere 750 ... Portugiesischer Linksblock und ein Bündnis aus Kommunisten und Grünen mobilisiert gegen die ... „Wir wollen besser behandelt werden als der Dreck, den wir wegmachen!“ – unter Slogans wie ... |





