Thema: Frauenrechte
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Internationaler Frauentag: 8.März
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Juni / 2005
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Frauen sind sichtbarer als jemals zuvor. Seit den 70er Jahren hat sich die Stellung der Frauen in der Gesellschaft dramatisch geändert. Während früher Frauen weitgehend als Reservearmee für Lohnarbeit gehandelt wurden, die in Boom-Zeiten geheuert und in Krisenzeiten gefeuert wurden, sehen wir heute Frauen als konstanten Faktor in der Lohnarbeit und im Produktionsprozess – oft allerdings in prekären, schlecht bezahlten Teilzeitjobs. Dieser Trend ging Hand in Hand mit der globalen Umstrukturierung des Kapitalismus im Rahmen dessen viele männerdominierte sozial abgesicherte Vollzeitarbeitsplätze zugunsten von flexiblen unsicheren, schlechter bezahlten Arbeitsplätzen vernichtet wurden. Dies hatte wiederum zur Folge, dass sich die Rolle der Männer als alleinige Beschaffer des Familieneinkommens drastisch verändert hat und Millionen von Haushalten & Familien auf das zusätzliche Einkommen von Frauenarbeit angewiesen sind. Diese verstärkte Integration von Frauen in den Produktionsprozess hat massive Auswirkungen auf soziale Beziehungen und den Reproduktionsbereich. Auch hier hat eine dramatische Veränderung stattgefunden. Durch mehr Mobilität, durch mehr ökonomische Unabhängigkeit, durch die Entkopplung von Sexualität und Reproduktion ist es möglich offener über Sexualität zu reden, offener mit Sexualität zu experimentieren, offener Beziehungen zu gestalten als jemals zuvor. Auch Männer sind von dieser Veränderung betroffen,durch den tendenziellen Verlust ihrer Rolle als Alleinverdiener sind viele gezwungen, mehr Aufgaben und Verantwortung im Reproduktionsbereich zu übernehmen. Zum ersten Mal spüren sie in Ansätzen das, was Frauen immer schon real erlebt haben –die Belastungen von Lohnarbeit und privatisierter Reproduktion. Männer und Frauen rücken in diesem Sinne mehr zusammen als jemals zuvor. Diese Trends,der Anteil der Frauen am Arbeitsprozess und die damit verbundene potentielle,reale gesellschaftliche Macht, die Möglichkeit zum kollektiven Handeln,eine gewisse Unabhängigkeit im Gestalten sozialer Beziehungen könnten neue Möglichkeiten im Kampf gegen Frauenunterdrückung eröffnen und in Richtung wirklicher Gleichheit zwischen Männern und Frauen wirken. Allerdings sehen wir, dass der Kapitalismus jeglicher Befreiung extrem schmerzvolle Grenzen auferlegt. Statt weniger Ausbeutung erleben wir größere Ausbeutung in Lohnverhältnissen durch Privatisierung und Sozialabbau,statt sexueller Befreiung erleben wir eine noch aggressivere Vermarktung von Frauen und Sexualität. Trotz der massiven gesellschaftlichen Veränderungen sind wir wirklicher Frauenbefreiung nicht sehr viel näher gekommen. Wie aber können wir Frauenbefreiung in Produktion &Reproduktion erkämpfen? Diese zentrale Frage wollen wir am 2. Austrian Social Forum in Linz vom 3.- 6. Juni in einem Verschränkungsforum debattieren. Da unserer Meinung nach ein rein patriarchatstheoretischer Ansatz die oben beschriebenen Tendenzen und Veränderungen nicht erklären kann, möchten wir die Frage von Frauenbefreiung auch aus anderen Blickwinkeln gemeinsam mit Frauen und Männern diskutieren und auch gemeinsam entwickeln, wie konkrete Kampagnen aussehen können, die breitere gesellschaftliche Kreise konsequent für Frauenfragen und Frauenbefreiung gewinnen. Darüber hinaus wollen wir diskutieren, welche Rolle die globale antikapitalistische Bewegung dabei spielt und wie wir dazu beitragen können, dass die Stärke der Bewegung gegen neoliberale Globalisierung und Krieg mit der Macht der ArbeiterInnenklasse fusioniert,die gerade verstärkt gegen Privatisierung,Sozial-und Bildungsabbau kämpft. Kerstin Andrä-Marobela
Querverweise Das ASF soll unter größtmöglicher Beteiligung aller Menschen statt finden,die eine Alternative ... Themenverwandte Artikel Väter, die nach der Trennung von der Mutter ums Kind kämpfen, finden besonders bei FPÖ und ÖVP ... Frida Kahlo könnte uns kaum so begeistern, wäre sie tatsächlich nur die leidende, ... Uni-Campus Hof 4 (Spitalgasse 2) Diskussionsveranstaltung, Eintritt frei; bei Schönwetter unter ... Was Frauen tagtäglich spüren, gibt es jetzt in Zahlen und Fakten gegossen: Erstmals seit 15 ... In den letzten Jahrzehnten haben Frauen viel erreicht. Es gibt den Mutterschutz, Gesetze ... Am 13. April fand der Equal Pay Day (Tag der Einkommensgleichheit) statt. Dieser soll darauf ... Internationaler Frauentag: 8.März We want bread & roses too Alexandra Kollontai: ... Einen wankelmütigen Kurs sah man Justizministerin Claudia Bandion-Ortner in den letzten Wochen zum ... Endlich wird wieder Frauenpolitik gemacht. Ab 2010 soll ein neues Gleichbehandlungsgesetz die ... |

