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Chris Harman (1942 - 2009) verstorben
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Donnerstag 31.12.2009
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Chris Harman, der Herausgeber des International Socialism Journal ist am Freitag, den 6. November 2009 in Kairo verstorben. Er war einer der klarsten Autoren der marxistischen Tradition des späten 20. Jahrhunderts. Als Kind aus einer Arbeiterfamilie ging er an die London School of Economics, wo er der Socialist Workers Party beitrat. Dort lernte er sehr schnell die Kunst von Theorie und Aktivismus. Für den Rest seines Lebens blieb beides unzertrennlich.
Der junge Harman hat in der Hoffnung, dass die großen Namen Publikum anziehen würden, oft prominente Intellektuelle an sein Institut eingeladen. Kaum hatten sie ihre Ansprachen beendet, entblößte er jede Schwäche, die sie in ihrem Verständnis für die zentrale Aussage aus Marx Werk zeigten, dass die „die Emanzipation der Arbeiterklasse durch die Arbeiterklasse selbst erobert werden muss“. Issac Deutscher, der berühmte Autor einer dreibändigen Trotzki Biographie, war eines der ersten Opfer seiner Polemik, nachdem er etwas Unterstützung für „fortschrittliche Errungenschaften“ der tyrannischen Regimes im Osten geäußert hatte. Der nordirische Sozialist Eamonn McCann erzählt gerne eine Geschichte aus 1969 als Chris Harman mitten in der Schlacht von Bogside in der Stadt Derry mit einem Rucksack voller Socialist Worker auftauchte. Er war durch und durch Internationalist, der jede Anstrengung unternahm, um sich mit der kleinsten revolutionären Gruppe auszutauschen, egal wo in der Welt sie zuhause war. Es ist Teil seines politischen Testaments, dass er gerade in Kairo starb, wo linkes Gedankengut wieder zu Keimen beginnt. Chris Harmans Bemühungen haben einen bedeutenden Teil zum Aufgehen dieser Saat beigetragen. Einer von Chris Artikeln, „der Prophet und das Proletariat“ wurde geschrieben um zu verhindern, dass die arabische Linke angesichts des Aufschwungs des politischen Islam an die Wand gedrängt wurde. Der Artikel attackiert die Behauptung, dass politischer Islam eine Form von Faschismus sei und versucht zu erklären, wieso sein Aufstieg eine Folge des Versagen der nationalistischen Linken darstellt. Wer sich mit Marxismus auseinandersetzen will, sollte unbedingt einige Broschüren von Chris Harman zur Hand nehmen: „Das ist Marxismus“ ist die zugänglichste moderne Einführung in die Fülle marxistischen Denkens. „Irrsinn der Marktwirtschaft“ ist einfach ein Meisterwerk, das in klarster Weise alle Behauptungen und Lügen der bürgerlichen Ökonomie zerfetzt. Das Buch „Die verlorene Revolution – Deutschland 1918 - 1923“ (>>) ist ein Lehrstück in Strategie und Taktik und zeigt wie knapp Deutschland eine erfolgreiche Revolution versäumt hat und welche Fehler der KPD zur Niederlage der deutschen Revolution geführt haben. Chris Harmans Tod ist ein riesiger Verlust für alle Sozialistinnen und Sozialisten unserer Generationen. Sein Leben ist ein Beweis dafür, welche erstaunlichen Errungenschaften und wunderbaren Ideen Angehörigen der Arbeiterklasse schaffen – auch wenn sie von den akademischen Eliten nicht gewürdigt werden. Querverweise Die Befreiung vom Joch des Kapitalismus wird mit jedem Tag, den dieses System die Menschheit ... Die Linke und der politische Islam Inhalt: Islamischer Fundamentalismus, ... Die herrschende Wirtschaftslehre steht vor einem ideologischen Scherbenhaufen. Nach dem Zerfall des ... Mit der Novemberrevolution 1918 wurde Deutschland zum Zentrum der revolutionären Massenbewegungen, ... 1968 war die Welt in Aufruhr: Die Bauernguerilla in Vietnam stand auf, um gegen die stärkste ... Eine sozialistische Erklärung Inhalt: Der freie Markt hat versagt Was hat die Krise ... Themenverwandte Artikel In den letzten Jahren (besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001) hat das Wort ... Faschismus ist eine politische Bewegung, die in den 20er Jahren unmittelbar nach dem ersten ... Inhalt: The Classical Legacy Capitalism and the State System Capitalism and La ... Die Weiterentwicklung der Theorien Trotzkis nach 1945 Inhalt: Das Problem erkennen ... |

