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Österreich | Protest | Staatsgewalt | Rassismus | Rechtsextremismus
Nazi-Aufmarsch in Wien gescheitert 70 Antifaschistinnen und Antifaschisten demonstrierten am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2012, gegen den versuchten Aufmarsch eines braunen Haufens aus FPÖ-Vorfeldorganisationen am Stephansplatz. Engagierte Leute, autonome Organisationen und sozialistische wie SLP, aks, Linkswende und Red Revolution haben sich an der Gegendemonstration beteiligt. »Ich war entsetzt wie ich heute früh schon diese komischen Nazi-Versammlungen gesehen habe, und habe mich gefreut, euch hier zu treffen«, strahlt Fritzi Plöchl, die für das Kunstmuseum Lentos in Linz arbeitet. »Indem ich mich dazugestellt habe, wollte ich meine Solidarität mit den aktiven jungen Menschen, die sich noch für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, ausdrücken.« »Ich muss einfach demonstrieren gehen, weil ich mich sonst nicht mehr im Spiegel anschauen kann«, sagt Rudolfine Soultan, »für meine Kinder und für meinen Freund Jimmy, der blind ist und oft als Betrüger und Schmarotzer beschimpft wird, weil er schwarz ist und Moslem.« Unter dem Slogan »Österreich wird frei« und Polizeischutz versammelte sich am Stephansplatz ein Haufen der üblichen Verdächtigen, vielleicht 150 an der Zahl, um rechte Anti-EU-Parolen und antisemitische Verschwörungstheorien auszutauschen. Auch die rechtsextreme Homepage Martin Grafs, unzensuriert.at, und Neonazi-Seite »Stolz und frei« rief zur »Groß-Demo gegen die EU« auf – die Veranstalter hatten mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Marschiert sind die wenigen keinen Meter. Das gleiche Publikum tummelt sich auch auf Wahlkampfveranstaltungen der FPÖ: Altnazis, frustrierte Pensionisten, Glatzen, Männerrechtler und Rassisten aller Art. Zusammengehalten werden sie über FPÖ-Tarnorganisationen wie der EU-Austrittspartei oder dem Neutralen Freien Österreich (NFÖ). »Die Plattform, die sich der Strache immer wieder erschleicht, gehört zurückgefahren. Das ist auch ein Aufruf an die Medien« sagt Fritzi. Eine junge Antifaschistin möchte selbstbewusstere, offene Mobilisierungen und kritisiert: »Ich wollte die Aktion heute auf Facebook weiter verbreiten, aber die Gruppe war geschlossen.« Im Nationalratswahlkampf und »um Strache aufzuhalten, müssen wir noch mehr Leute organisieren«, meint Rudolfine abschließend. von David Albrich Hinweis: Am Dienstag, dem 30. Oktober findet die nächste Demonstration gegen die FPÖ anlässlich einer Sondersitzung im Parlament zu »Sicherheit statt Asylmissbrauch« statt. Weiterführende Artikel:
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