Flashmob gegen Zugangsbeschränkungen: »Wir brauchen größere Demos!« |
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Am Freitag, dem 5. Oktober 2012, folgten etwa 50 Studierende einem Aufruf der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) zum Flashmob gegen Zugangsbeschränkungen vor dem Wissenschaftsministerium. Das neue Semester hat erst begonnen, und schon ist der Startschuss für neue Proteste erfolgt. Mit Seifenblasen, Trillerpfeifen und Transparenten belagerten die Teilnehmenden das Wissenschaftsministerium. Schon ab Wintersemester 2013 sollen in den Studienfächern Architektur, Pharmazie, Biologie, Informatik und Wirtschaftswissenschaften neue Zugangsbeschränkungen eingeführt, droht Minister Karlheinz Töchterle. SPÖ und ÖVP dürften sich heimlich auf die Zugangsbeschränkungen geeint haben. »Zugangsbeschränkungen bewirken, dass Leute nicht das studieren dürfen, was sie wollen. Hoffentlich regen sich genug Leute auf, damit die Regierung das nicht durchziehen kann«, meint Valentin von Universität Wien am Flashmob. »In den letzten Jahren wurden de facto nur Verschlechterungen für Studierende beschlossen«, zieht Angelika Gruber vom ÖH-Vorsitzteam Bilanz über das seither von der ÖVP geführte Ministerium. »Wenn Töchterle so weitermacht, ist er des Amtes eigentlich nicht würdig und rücktrittsreif.« Rausprüfen schon jetzt an TUAuch die Technische Universität Wien (TU) war am Protest vertreten. Dort beschließt der Dekan der Informatik gerade völlig im Alleingang, dass nach den ersten vier Wochen im Semester nur mehr 375 Studierende weitermachen dürfen. »Was machen dann die anderen etwa 600 Studis, die gerne studieren würden, und in keine Lehrveranstaltungen mehr reinkommen?«, fragt Thomas Danecker von der Fachschaft Informatik. »Der Politik muss einmal bewusst werden, was für eine massive Scheiße sie hier baut.« Herablassend kommentiert der Wissenschaftsminister die Situation: »Wenn man eine Studieneingangsphase missbrauchen muss, um Leute hinauszuprüfen, dann ist sie eben missbraucht.« (sic!) Den Kampf gegen Zugangsbeschränkungen sollten die Studierenden nicht alleine führen. Thomas’ Kollegin an der TU hat klar: »Eigentlich müssten uns die Unis, die Fakultäten und Professoren unterstützen.« Erste Studienwoche – erste ProtesteAktivistinnen und Aktivisten aus der Sozialistischen Jugend (SJ) und des VSStÖ zogen anschließend noch vor die SPÖ-Parteizentrale, und stellten sich damit eine Woche vor dem SPÖ-Bundesparteitag klar gegen die von Gabi Burgstaller vertretene Linie. Sie schlugen fünf »Thesen« für eine moderne Bildungsreform an die Eingangstür: Mehr Geld, eine zeitgemäße Hochschulstruktur, Demokratie, eine Studienreform und die Abschaffung aller Studiengebühren. Die aktiven Studierenden legten in der ersten Studienwoche einen wichtigen Grundstein für weitere Proteste. Gleich drei Mal rückten sie aus: Zuerst jagten sie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus dem Museumsquartier, unterstützten die Demonstration für das Frauenrecht auf Abtreibung und bezogen zuletzt gegen das Wissenschaftsministerium Stellung – sichtlich unzufrieden über das Chaos an den Universitäten. »Wir sollten beim nächsten Mal einfach einmal mehr Leute mobilisieren!«, meint Julia, die Politikwissenschaft an der Universität Wien studiert. Ihre Freundin Nicole (Volkswirtschaftslehre) stimmt zu: »Ja, wir brauchen größere Demos!« von David Albrich |
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