Kein Rederecht für Strache: Flashmob vertreibt FPÖ-Chef |
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Am 3. Oktober 2012 bot die Tageszeitung »Standard« dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für das Werben um junge Wählerstimmen eine öffentliche Bühne im Theater »Dschungel«. Etwa 100 vor allem junge Menschen versammelten sich hingegen zum Flashmob gegen Strache, um ein Zeichen für »Vielfalt und Solidarität« zu setzen. Es herrschte heute strahlend blauer Himmel, doch die Sonne lachte Strache nicht. Der »Standard« und »Radio Wien« luden Strache am Mittwoch ausgerechnet ins Museumsquartier. Vor dem Theater sammelte sich währenddessen ein hundertköpfiger Flashmob mit schwarzen Augenmasken und Plakaten, um gegen den ehemaligen Wehrsportler zu demonstrieren. Die Teilnehmenden reichten von jung bis alt. Eine Gruppe Schülerinnen in deren Klasse auch Migranten sind, kann Straches Hetze nicht leiden. Ein Mann versteht nicht, warum man Strache ausgerechnet einen Raum wie das Theater Dschungel bietet. Eine Künstlerin des Theaters, das den Flashmob initiiert hat, hat überhaupt kein Verständnis dafür, einen »derartigen Hetzer in einem Raum, der eigentlich für Toleranz und Vielfalt steht, auf junge Menschen loszulassen.« Flucht»Strache durfte ausführlich reden, während sie mir das Mikro nach zwei Fragen abgedreht haben«, ärgert sich Podiumsteilnehmerin Julia Spacil, Studentin an der Universität Wien. »Es hätte noch weitere spannende Fragen gegeben, um Strache mehr in Rechtfertigungsnot zu bringen.« Angesprochen auf die jüngsten Skandale rund um seine Facebook-Seite bedauerte Strache in der Diskussion ein »offensichtlich politisch zu einem gewissen Teil einseitiges und leider mit Vorurteilen behaftetes Publikum«. Wie das? Schließlich richtete sich die Veranstaltung an Jugendliche, und gerade bei diesen hat Strache doch angeblich einen so guten Stand. Als man eine Dreiviertelstunde lang nach Veranstaltungsende aus dem Gebäude gespäht und die Lage sondiert hatte, entschied man sich von FPÖ-Seite aus schließlich zur Flucht durch eine unbeobachtete Seitentür (siehe Video unten). Strache lief nach draußen, gefolgt von rufenden Demonstrantinnen und Demonstranten, und sprang in das Auto, das mit laufendem Motor auf ihn wartete. Ein Blinzeln, und man hätte einen Abgang verpasst, der jeden Bankräuber vor Neid hätte erblassen lassen. FazitDer heutige Tag hat gezeigt wie standfest Strache ist, wenn die Polizei nicht die Gegend in einem Umkreis von 200 Metern abriegelt. Zwar standen dutzende, gelangweilte Polizisten im Eingangsbereich herum, trotzdem schmiss Strache die Nerven weg. Auf Facebook jammerte er eine Stunde später, dass ihn jener »Mob«, der gegen seine Person organisiert worden wäre, (bemerkenswerterweise gleichzeitig) »aus- und eingrenzen wollte«. Währenddessen war die Stimmung unter den Teilnehmenden hervorragend und ein guter Ausgangspunkt für die kommenden Monate. An den »Standard« stellt sich die Frage, welchen Erkenntnisgewinn die Veranstaltung namens »Zukunft am Wort« bringen sollte. Schließlich hat Strache bereits unzählige Male klar gemacht, wessen Geistes Kind er ist, zuletzt vor einem Monat mit der Veröffentlichung eines antisemitischen Cartoons. Bezüglich der weiteren Strategie stellt sich die Frage, wie man in ähnlichen Situationen zukünftig mobilisieren will. Man hat sich dagegen entschieden Facebook zu nutzen und hat stattdessen auf eine SMS-Kette gesetzt um die Polizei außen vor zu lassen. Dadurch war die Kundgebung kleiner als sie hätte sein können, die Polizei war jedoch trotzdem alarmiert. Mehr Beteiligung wäre besser gewesen, die Aktion war jedoch, wie bereits gesagt, ein voller Erfolg für den Antifaschismus und eine Demütigung für die FPÖ. von Peter Herbst ![]() |
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