Attentäter kam aus Wiking-Jugend

Oktober - 2012 (Mo. 24.09.12)
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Ein Mitglied der Wiking-Jugend bei der auch Strache aktiv war, ist für den blutigsten Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte am Münchner Oktoberfest von 1980 verantwortlich, schreibt Peter Herbst.

Dreizehn Menschen starben bei dem Bombenanschlag, 200 wurden verletzt. Der bei dem Anschlag ums Leben gekommene Neonazi Gundolf Köhler, wurde als frustrierter Einzeltäter bezeichnet. Seine Verbindungen wurden ignoriert, Zeugenaussagen wurden überhört, die halbherzig geführten Ermittlungen bald eingestellt und wichtiges Beweismaterial vernichtet. Eine ernsthafte Untersuchung wurde vom CSU-Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß vorerst verhindert. Das erlaubte den Terroristen einen weiteren Anschlag zu verüben: Ein Bekannter Köhlers aus der Wehrsportgruppe Hoffmann ermordet drei Monate später den Verleger und ehemaligen Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, Shlomo Lewin und dessen Lebensgefährtin Frieda Poeschke. Die Wehrsportgruppe war bereits Anfang dieses Jahres verboten worden, die Wiking-Jugend bei der sich Köhler beteiligte, blieb bis 1994 erlaubt. Die Wiking-Jugend war zum Zeitpunkt ihrer Auflösung die größte neonazistische Kinder- und Jugendorganisation, und handelte in Nachfolge von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel.

Ein Anfang der 90er Jahre aufgenommenes Foto zeigt einen Teilnehmer aus Österreich: Heinz-Christian Strache. Er steht wenige Meter neben einem Funktionär mit der Odal-Rune auf dem Ärmel. Ein unter Nazis prominentes Symbol, auf das im 2010 erschienen FPÖ-Comic »Wiener Sagen« angespielt wird. Auch bei einer Veranstaltung zu Silvester 1989 war Strache dabei, die er als Faschingsfest und pfadfinderähnlich beschrieb. Die Erstürmung einer Synagoge durch die Wiking-Jugend unter Beteiligung von Strache wurde von der deutschen Polizei verhindert. Als eine Demonstration an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu eskalieren drohte, wurde er in Verwahrungshaft genommen, zusammen mit der Tochter Norbert Burgers und den Neonazis Thierry und Hatzenbichler, mit denen er auch Gottfried Küssels VAPO-Wehrsportübungen besuchte.

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