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Rassismus | Links-Parteien | Revolution | Syrien | Türkei
Oktober - 2012 (Mo. 24.09.12) Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien sind in der Türker gestrandet Ein falsches Verständnis von der Revolution in Syrien lässt viele Linke in der Türkei zu einer unglaublichen Hetze gegen syrische Flüchtlinge hinreißen. Linkswende unterstützt hingegen eine Kampagne der türkischen Schwesternorganisation DSIP, die den Flüchtlingen die Hand reicht und weltweit zur Solidarität aufruft (siehe Petition). Über eine Million Flüchtlinge aus Syrien wurden bisher in der Türkei, im Libanon, in Jordanien und im Irak registriert. Aber anstatt Solidarität mit den Menschen aufzubauen, die unter den fürchterlichsten Bedingungen vor der Gewalt des Assad-Regimes flüchten und in Zeltlagern ohne ausreichende medizinische Versorgung, Nahrungsmittel und Hygiene hausen müssen, feuert ein großer Teil der türkischen Linken eine unglaubliche Anti-Asylantenstimmung an. In Antakya etwa, im Süden der Türkei, circa 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, haben viele Familien mit ihren Kindern ihre Lager aufgeschlagen. Auf der einen Seite stimmt die dortige alawitische Mehrheit in jene Haltung ein, die den Konflikt in Syrien als einen Religionskrieg zwischen einer aufständischen muslimisch-sunnitischen Mehrheit und der alawitischen Minderheit, der auch Präsident Assad angehört, darstellen möchte. Auf der anderen Seite führt ein völlig falsches Verständnis von der syrischen Revolution zu dem Phänomen, dass ein Gutteil der Linken die Flüchtlinge allesamt als al-Qaida-Terroristen abtut, und behauptet, die Revolution wäre ein Komplott aus der Türkei, NATO und den USA. Was beide Gruppen verbindet ist das vermeintliche »Schreckgespenst des Islamismus, das nun über die Grenze kommt«. Auf offener Straße und Demonstrationen fordert etwa die links-kemalistische Arbeiterpartei (çi Partisi) die Regierung zur Solidarität mit dem Assad-Regime auf. Sie müsse die verdeckte Unterstützung der Flüchtlinge sofort beenden. Erkin Orcan, ein Aktivist hetzt: »Die syrischen Flüchtlinge führen sich in dieser Gegend wie die Könige auf; sie kommen hierher, machen Lärm, gehen in die Gasthäuser und Geschäfte, bestellen etwas und bezahlen nichts.« Was sich wie die Hetze eines Strache anhört, hat dramatische Folgen: Immer öfters kommt es zu Übergriffen und Zwangsräumungen durch die lokalen Behörden, selbst schwangere Frauen werden aus den Camps vertrieben. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
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