|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
|
Rassismus | Krieg | Geschichte | Nahost-Konflikt | Syrien
Oktober - 2012 (Mo. 24.09.12) Opfer des Massakers in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila das sich im September zum 30ten mal jährte © Progressivealaska Im Jahr 1970 führte der jordanische König aus Angst um seine Herrschaft einen Vernichtungsfeldzug gegen die palästinensischen Kräfte im Land (»Schwarzer September«), brachte furchtbares Leid über die palästinensischen Flüchtlinge und versuchte die Einheiten der PLO unter Arafat auszulöschen. Die PLO-Führung flüchtete daraufhin in den Libanon, wo sie in den Flüchtlingslagern über eine erhebliche Basis verfügte. Schon zuvor war es in dem religiös gespaltenen Land zu Auseinandersetzungen zwischen prowestlichen, christlich-maronitischen Gruppen und linken arabischen Nationalisten gekommen. Syrien interveniertDie palästinensischen Guerillas verbündeten sich mit linken libanesischen Gruppen und bekämpften die herrschenden Eliten des Libanon. Die grausamsten Gegner der Linken in dieser Auseinandersetzung waren rechtsradikale, »christliche« Milizen, die von faschistischen Ideen geprägt waren und von Israel unterstützt wurden. Diese nannten sich nach den spanischen Faschisten »Falangisten«. 1976 schickte der syrische Diktator Hafez -al-Assad 20.000 Mann seiner Truppen in den Libanon um die Regierung gegen die Aufständischen zu unterstützen, für die christlichen Milizen errichtete er Schutzzonen, die ihnen erlaubten, in die Offensive zu gehen und Massaker an palästinensischen Flüchtlingen zu verüben. Der Einmarsch IsraelsDie israelische Regierung unter Menachim Begin sah eine Chance, den palästinensischen Widerstand ein für alle mal auszurotten. Die Falangisten und eine sogenannte »Südlibanesische Armee« wurden mit Geld, Waffen und Ausbildung unterstützt. Schon 1976 waren israelische Truppen in den Südlibanon einmarschiert. 1982 kam es dann unter General Ariel Sharon zu einem Generalangriff, die PLO-Basen im Südlibanon sowie in West-Beirut sollten endgültig vernichtet werden. Als Anlass diente ein Anschlag auf den israelischen Botschafter in London (obwohl Israel wusste, dass dieser von der Arafat-feindlichen Gruppe um Abu Nidal verübt worden war). Zum Schrecken der dort stationierten UNO-Soldaten überquerten 4000 Panzer die Grenze, Israel entsandte mehr Truppen in den Libanon als beim Krieg gegen Ägypten und Syrien 1973. Syrische Truppen leisteten zwar fünf Tage lang Widerstand, doch dann schloss das Assad-Regime einen Friedensvertrag mit Israel und überließ Beirut und die palästinensischen Flüchtlingslager den Israelis und ihren Verbündeten. Die isralische Armee beschoss Westbeirut 10 Wochen aus der Luft, von Kriegsschiffen und mit Artillerie. Die Folgen dieses Bombardements sind bis heute zu sehen. Die libanesische Regierung gab die Zahl der Verluste mit 19.000 Toten und 30.000 Verletzten an, die vielen Toten in Massengräbern nicht mitgezählt. Massaker in FlüchtlingslagernImmer mehr kristallisierte sich heraus, dass Interessen Israels und des syrischen Regimes sich überschnitten. Assad wollte den palästinensischen Widerstand endgültig unter seine Kontrolle bringen, Israels Regierung trachtete nach der Vernichtung der PLO, beiden war Arafat im Weg. Bei der Belagerung des palästinensischen Flüchtlingslagers Tal el Za‘tar etwa, arbeiteten syrische Armee und rechte Milizen zusammen, Zeugen berichten, dass dabei auch israelische Offiziere anwesend waren. Nachdem die palästinensischen Verteidiger durch schwere Waffen geschlagen waren, verübten die Milizen ein grausames Massaker an den Zivilisten. Als die PLO am 21. August 1982 endgültig abziehen musste, garantierten die USA, ihre »Friedens«-Truppen würden zum Schutz der Zivilisten bleiben. Sie zogen sich aber zwei Wochen bevor ihr Mandat endete zurück. Daraufhin umstellte die Israelische Armee die Flüchtlingslager Sabra und Shatilla und ließ die mordgierigen rechten Milizen in die Lager. Unter dem Schutz und mit logistischer Unterstützung der Israelis begann das Abschlachten der schutzlosen Männer, Frauen und Kinder. Die Allianzen in diesem furchtbaren Krieg wechselten, und oft bekämpften christliche Milizen andere Maroniten oder palästinensische Gruppen spalteten sich ab. Die Folgen des Konflikts sind bis heute spürbar. Eine Lehre aus diesem Krieg aber ist, dass das Assad-Regime nicht als Schutzmacht der Palästinenser oder antiimperialistisches Bollwerk gesehen werden sollte. von Tom D. Allahyari Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
|
|
||||||||