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Österreich | Wirtschaft

September - 2012 (Mi. 29.08.12)    
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© Steindy

»Fränk« lebte den österreichischen Traum: Auswandern, ohne Ende Geld scheffeln, schlechtes Englisch lernen, im Triumph in die Heimat zurückkehren, um es allen unter die Nase zu reiben. Die Bewunderung, die ihm entgegengebracht wurde, enthielt immer auch ein gutes Stück Verwunderung, dass ihm der Aufstieg tatsächlich gelungen war. Nicht nur weil seine Karriere mit Lehre ein statistischer Ausreißer ist, sondern auch weil man ihm viel nachsagen kann, nur keine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Im Gegenteil: Er selbst betont, einer von uns zu sein und tritt an, Österreich mit neuer Partei zu retten. Als kleiner Mann von der Straße, mit einem kleinen Unterschied: 2,5 Mrd. Euro Privatvermögen.

Dazu gekommen ist er durch zwei ganz und gar gewöhnliche Eigenschaften: Gier und Neid. Im August erfuhr die Magna-Steyr-Belegschaft, dass ihre Löhne nicht wie bei den KV-Verhandlungen vereinbart steigen werden – Magna will Lohnerhöhungen unter 3% gar nicht weitergeben: aus 3,5% werden 0,5% Lohnerhöhung, alles unter 3% wird Null. Magna will andernfalls die Produktion ins Ausland verlagern. Und das trotz Rekordgewinn im Vorjahr. Bei den Warnstreiks der Herbstlohnrunde 2011 drohte er bereits mit fristloser Entlassung. Damit stellt sich Stronach an die Spitze der Attacke gegen die Beschäftigten in der Metallindustrie.

Mit dem Geld, das so übrig bleibt, kaufte er schon in der Vergangenheit Ex-Spitzenpolitiker aller Couleurs ein: Vranitzky wechselte vom Kanzleramt in den Aufsichtsrat von Magna Int., Grasser zu Magna Steyr, Stummvoll war kurzzeitig Aufsichtsrat bei Stronachs Merkur Entertainment – während er gleichzeitig als Ausschussvorsitzender im Parlament für das Glücksspiel zuständig war. Das reicht offenbar nicht, eine eigene Partei muss her.

Von seinem Programm ist nicht viel bekannt, außer dass er irgendwie »sozial« sein, dabei aber gleichzeitig Steuern senken will. Das kennen wir von der FPÖ: Steuererleichterungen für Besserverdiener, weniger Sozialleistungen für Geringverdiener. Ansonsten blieb er internationaler Kapitalist und parkt sein Vermögen in der Schweiz.

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