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Österreich | Wirtschaft | Wirtschaftskrise | Europa
September - 2012 (Mi. 29.08.12) Dass Österreich im Trubel der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Insel der Seligen ist, sollte spätestens seit dem beschlossenen Sparpaket klar sein. Hört man sich in Kreisen heimischer Unternehmer um, entdeckt man Unsicherheit – denn Österreich ist keineswegs vor einem Abschwung gefeit. Das Wirtschaftsforschungsinstitut sieht eine Schwächung der österreichischen Wirtschaft in Folge der Krise der europäischen Währungsunion. »Österreich sieht alarmierend schwach aus«, ist das Urteil von Analysten der Großbank UBS in einer kürzlich erschienen Studie. Die Aussagen der Chefitäten mehrerer Unternehmen in Österreich unterstreichen diese Auffassung: »In den letzten Monaten hat sich das (…) Umfeld merklich verschlechtert und in der Folge sich auch die Bautätigkeit in Europa wieder abgeschwächt«, meinte der Vorstandschef des Baustoffkonzerns Wienerberger, Heimo Scheuch. Auch das Halbjahresergebnis der Telekom-Austria ist nicht berauschend und es ist ein heftiger Dämpfer für das Gesamtjahr zu erwarten: »Das Umfeld für unser Geschäft ist deutlich schwieriger geworden«, so Telekom-Chef Hannes Ametsreiter. Siemens-Chef Peter Löscher kündigte im Juli, wegen schlechter Zahlen, für Herbst ein Sparprogramm an. Nach einem Bericht der Börsen-Zeitung könnten mehr als 10.000 Menschen, vor allem in Deutschland, ihren Job verlieren. Doch die Liste der schlechten Nachrichten ist damit noch lange nicht zu Ende: Nokia Österreich steht vor der Auflösung, rund 30 Angestellte sind beim AMS zur Kündigung angemeldet, und das Hauptquartier Wien wird nach Budapest verlagert. »Win-Win-Lösungen gibt es derzeit nicht«, fasst Wolfgang Plasser, Chef von Plankl Racing, Hersteller von Motoren und Luftfahrtkomponenten, die derzeitige Situation zusammen: »Ich fürchte, es gibt beim Euro weder eine schnelle noch eine leichte Lösung. Und keine schmerzlose. (…) Es wird einen sauren Apfel geben, in den wir beißen.« Was es aus Sicht der Lohnabhängigen zu verhindern gilt ist, dass dieser saure Apfel an uns weiter gereicht wird. Die wachsende Verunsicherung heimischer Unternehmer, gepaart mit der Vorhersage einer andauernden wirtschaftlichen Stagnation ist jedenfalls überdeutlich zu vernehmen. Eine Studie der Schweizer Großbank UBS stellt fest, dass seit 2000 das Realeinkommen in der Eurozone nirgends stärker schrumpfte als in Österreich. Das ärmste Zehntel verlor 35%. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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