Hypo Alpe Adria: Faschistische Profiteure

September - 2012 (Mi. 29.08.12)
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Haiders »Privatbank« Hypo Alpe Adria steht nicht nur für einen der größten Korruptionsskandale der 2. Republik, sie hat sich auch ideologisch klar an den Vorgaben der FPÖ orientiert. Peter Herbst dokumentiert die einschlägigen Machenschaften der Bank.

»Warum waren die Kommunisten schlimmer als die Nazis? Weil man unter den Nazis Karriere machen konnte.« Diese Erkenntnis stammt vom Selben, der auf seinen Slalomlauf in Kranjska Gora »vorbereitet war wie ein deutscher Soldat am 22. Juni 1941« kam, dem damals von der Hypo Alpe Adria Group (HAAG) gesponserten Ivica Kostelic. Immerhin musste die Bank damals eine halbherzige Entschuldigung erzwingen (inzwischen wird er von Raiffeisen gesponsert), und hat auch im musikalischen Bereich Engagement reduziert: Das Sponsoring für den im rechtsextremen Milieu populären und von Haider hofierten Marko Perkovic, wurde nach dem Verkauf an die Bayrische Landesbank eingestellt.

Nun ist es jedoch nicht so, dass dies die einzigen Vorkommnisse auf der Achse zwischen FPÖ, HAAG und Kroatien (bzw. den dortigen Faschisten) gewesen wären. Detlev Neudeck vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, fordert nicht nur eine Notgesetzgebung zur Aushebelung der Rechte Lohnabhängiger, sondern ist auch als Immobilientreuhänder in Istrien aktiv. Dort war er am Erwerb eines Naturschutzgebiets beteiligt, das kurz darauf zur touristischen Erschließung freigegeben wurde und eine Wertsteigerung um das 200-fache erfuhr – was laut Ex-Hypo-Chef Kulterer bereits vor dem Kauf feststand. Die HAAG stellte – bei einem Kaufpreis von 7,7 Mio. Euro – 50 Mio. Euro an Krediten bereit: zur Entwicklung der Grundstücke. Als die dortige Bevölkerung die Rückumwidmung in ein Naturschutzgebiet durchsetzte, waren die Grundstücke bereits weiterverkauft und das Geld verschwunden.

Auch Privatpersonen kamen in die Gunst der Freigiebigkeit der HAAG. Branimir Glavaš, ein mittlerweile verurteilter Kriegsverbrecher, verhökerte eine aus Staatseigentum günstig erworbene Wohnung um mehr als das 90-fache an die Hypo. Auch ihm hatte Haider die Hand geschüttelt. Noch jemand mit guten Verbindungen nach Kärnten ist Ex-General und Waffenschieber Vladimir Zagorec, für dessen entführten Sohn die Hypo Lösegeld bereitstellte – auf Vermittlung des ebenfalls ins Gefängnis gewanderten Hrvoje Petrac, dem Finanzier des verurteilten Kriegsverbrechers Ante Gotovina.

Apropos Kriegsverbrechen: Es liegen Hinweise vor, wonach die Hypo in Serbien auch ein Grundstück, auf dem von der SS zwei Mitglieder der jüdischen Inhaberfamilie erschossen wurden, erworben hat. Nach dem Krieg wurde es unter Tito verstaatlicht. Gerade rechtzeitig, kurz bevor ein Restitutionsgesetz in Kraft trat, ging es in den Besitz der Hypo über.



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