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Staatsgewalt | Rassismus | USA | Demokratie | Islam
September - 2012 (Mi. 29.08.12) Das blutige Massaker, das ein US-Neonazi im Sikh-Tempel von Oak Creek angerichtet hat, ist die Spitze eines Eisberges von Islamfeindlichkeit in den USA, berichtet Tom D. ALLAHYARI. Schon am Tag nach dem Angriff auf den Tempel zerstörte ein weiterer Brandanschlag eine Moschee in Joplin, Montana, völlig. Die Moschee brannte schon das dritte Mal. Diese Verbrechen, flankiert von rassistischen Demonstrationen und medialen Einpeitschern, geschehen aber nicht im luftleeren Raum, sie sind die Folge eines gesellschaftlichen Klimas, in dem sich antimuslimischer, antiarabischer und antiiranischer Rassismus festsetzen konnten. Das wiederum ist eine direkte Konsequenz aus der Dämonisierung von Menschen aus dem Nahen Osten im Zuge des »War on Terror«, an der sich sowohl Demokraten als auch Republikaner beteiligen. Wegen ihrer Hautfarbe, Religion und Kleidung (wie im Fall der Turban-tragenden Sikhs) werden Menschen inzwischen von vielen US-Amerikanern und Amerikanerinnen als »Gefahr für die Sicherheit« wahrgenommen. Der Rassismus der RepublikanerNiemand in Europa wundert sich noch über den ungeschminkten Rassismus republikanischer Rechter. Diese greifen in letzter Zeit sogar auf ihre alte Strategie, die sich ursprünglich gegen Schwarze richtete, zurück: die sogenannte »Southern Strategie«. Deepa Kumar, der Autor von »Islamophobia and the Politics of Empire« beschreibt, wie in den 1960ern Republikaner argumentierten, die »Kultur der Schwarzen« sei eben unterlegen und sei der Grund für die verbreitete Armut unter der afroamerikanischen Bevölkerung. Ähnlich äußerte sich der republikanische Kandidat Mitt Romney kürzlich bei einer Pressekonferenz in Jerusalem, indem er Israels ökonomische Überlegenheit mit der kulturellen Überlegenheit gegenüber den Arabern erklärte. Das republikanische Tea-Party-Aushängeschild Michele Bachmann beschuldigt die Beraterin von Hillary Clinton, Huma Abedin, und das einzige muslimische Kongressmitglied, Keith Ellison, Teil einer Verschwörung zur muslimischen Unterwanderung der Regierung zu sein. Obamas Kill-ListsIslamfeindlichkeit wird im Wahlkampf der Republikaner also eine zentrale Rolle spielen. Doch Hoffnungen, dass Obama und die Demokraten sich dem entgegenstellen werden, sind leider völlig unangebracht. Auf Zweifel an seiner Loyalität zu den USA veröffentlichte Obama seine Kill-Lists. Auf die Vorwürfe, er sei Moslem, antwortet Obama nicht etwa, indem er diesen Rassismus angreift, sondern er betont seine christlichen Wurzeln – und kommuniziert damit, dass es etwas prinzipiell Übles sei, dem Islam anzuhängen. Doch die Hauptursache für ein Klima, in dem Einzelne dann Frauen und Kinder beim Beten erschießen, sind die dutzenden Verhaftungen und Strafverfolgungen (oft ohne glaubwürdige Beweise) von arabischen und muslimischen Menschen in den USA. Der Durchschnittsamerikaner kennt, dank Obamas eskalierten Kriegen in Afghanistan und Pakistan, arabische, muslimische oder südasiatische Menschen hauptsächlich als namenlose Terroristen aus dem Fernsehen. Die »Liberalen« innerhalb der Demokratischen Partei haben diese Sündenbock-Politik nie wirklich konfrontiert, sie haben in dieser Frage den Rechten das Feld überlassen und deren Standpunkte sogar übernommen – kein Wunder, sind sie doch ideologisches Unterfutter für die Geopolitik der USA. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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