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Arbeitskampf | Staatsgewalt | Afrika
September - 2012 (Mi. 22.08.12) Minenarbeiter versammeln sich am Hügel © Thapelo Lekgowa Streikende Minenarbeiter in Südafrika wurden am 16. August von der Polizei niedergeschossen. Charlie Kimber berichtet von den Geschehnissen, die zu dem Massaker führten – und den wirtschaftlichen Interessen dahinter. Die Polizei in Südafrika eröffnete das Feuer auf streikende Arbeiter in der Marikana Platin-Mine nahe Rustenburg und hinterließ mindestens 18 Menschen tot. Zehn weitere starben in den darauf folgenden Tagen bei anderen Zusammenstößen. Dieser Vorfall ist eine weitere blutige Seite im Geschichtsbuch der südafrikanischen Minen, eine Geschichte von massiven Profiten für die Bosse, von Rassismus und von heroischem Widerstand. Platin war vor der Finanzkrise sagenhaft profitabel, nun fällt der Preis. Dies gefährdet die Profite, weshalb die Bosse versuchen Arbeitsplätze abzubauen. Minenarbeiter, die ohnehin schon einen sehr gefährlichen Job ausüben, sind nun mit noch mehr Unsicherheit konfrontiert. Militanz der GesteinshauerDie Polizei attackierte nun Minenarbeiter, die nahezu eine Woche lang streikten und damit die Produktion im Bergwerk, das 28.000 Menschen beschäftigt, lahm legten. Es wird von Lonmin geführt, Nachfolger von Lonrho – einer Firma, die seit über einem Jahrhundert mit jedem miesen und korrupten Regime in Afrika Geschäfte macht. Der Grund für den Streik war die gerechtfertigte Forderung einer Lohnerhöhung seitens der Arbeiter. Der Streik begann unter den Gesteinshauern. Polizei und Bosse entschieden, dass Donnerstag der 16. August jener »Tag X« sei, an dem der Streik gebrochen werden sollte. Sie attackierten tausende Streikende, die sich auf einem Hügel sammelten. Die Streikenden wehrten sich und flüchteten – und die Polizei schoss sie nieder. AusgebeutetWir sollten uns daran erinnern, wie das Kapital schwarze Minenarbeiter in Südafrika ausbeutete. Die Apartheid, als mit systematischem Rassismus schwarze Menschen beraubt, gedemütigt und ihnen jegliche politische Rechte weggenommen wurden, war das Resultat der Entwicklung des Kapitalismus – und vor allem des Minen-Kapitals. Rund 69.000 Minenarbeiter starben zwischen 1990 und 1993 in »Unfällen« – und mehr als eine Million wurde schwer verletzt. Allein dieses Jahr, fast 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid, starben knapp 40 Minenarbeiter. Angestaute WutChris Molebatse, lokaler Beobachter für die »Bench Marks Foundation«, welche die Bedingungen der Minenarbeiter untersucht, erzählte Socialist Worker: »Letztes Jahr starb ein weißer Mann untertage. Den Arbeitern wurde gesagt, dass sie nicht arbeiten gehen sollten. Nicht lang danach starb ein farbiger Mann. Die Minenarbeiter wollten die Arbeit einstellen, aber es wurde ihnen gesagt sie sollen so tun als wäre nichts passiert. Diese Wut staut sich schon seit geraumer Zeit an.« Er berichtet, dass die Unternehmer von Lonmin viele Minenarbeiter als Subunternehmer anstellen anstatt sie normal einzustellen. »Die Lebensbedingungen sind grauenhaft. Die Menschen hausen in Lagern ohne Sanitäranlagen oder fließend Wasser. Und diese Menschen bauen Platinum ab! Gleichzeitig kommen die Lonmin Funktionäre aus Sandton, Südafrikas teuerstem Vorort.« Übersetzung von Linkswende Originalartikel: www.socialistworker.co.uk/art.php?id=29359 Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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