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Österreich | Staatsgewalt | Rassismus | Korruption
Juli/August - 2012 (Di. 19.06.12) © Tiroler VP Der Mann, der 2007 die Abschiebung von Arigona Zogajs Familie auf dem Gewissen hat und sich seit 2008 als Tiroler Landeshauptmann munter korrumpieren lässt (es gilt wie sowieso immer die Unschuldsvermutung), ist an einem weiteren Tiefpunkt angelangt. Schließlich ließ er beim Besuch des ÖFB-Trainingslagers nun endlich ganz öffentlich durchblicken, dass er dunkel pigmentierten Menschen die Kenntnis der deutschen Sprache nicht zutraut – und geben sie sich durch ihre Eigenschaft als Nationalspieler auch noch so eindeutig als österreichische Staatsbürger zu erkennen. Den dem Hochdeutschen UND Wienerischen höchst mächtigen Fußballer David Alaba auf Englisch anzusprechen ist somit sicher der peinlichste, aber bei weitem nicht der erste Fauxpas des Ex-Innenministers. Gerade ein paar Wochen ist es her seit bekannt wurde, dass sich Platter seine luxuriösen Jagdausflüge – einfliegen lässt er sich schon einmal mit Hubschrauber – gerne von Großunternehmern »schenken« lässt. Er wird sich wohl zu bedanken wissen bei seinen »privaten Freunden«. Immerhin sind in seiner Regierungszeit etwa schon an die 20 Millionen Euro an Fördergeldern an die Hoteliersfamilie »Schultz Gruppe« für Ausbauten von Skilift und Hotels geflossen – die Beziehung mit der ÖVP sei ein »Geben und Nehmen«, sagen diese und lassen sich dementsprechend gerne mit dem Landeshauptmann ablichten. Tragisch ist nur, dass selbst Platters Freuderlwirtschaft neben seinen Taten als Innenminister wie eine kleine Bagatelle wirkt. Als standhafter Vorkämpfer für Abschiebungen und »Deutsch vor Zuwanderung« ließ er etwa in Schubhaft sitzenden Flüchtlingen ausrichten: »Sie müssen wissen, dass Sie keine Chance haben« und bezeichnete nebenbei die Zwangsernährung von Hungerstreikenden als eine »Heilbehandlung«. Unvergessen aber bleibt vor allem seine Weigerung, der Familie Zogaj (als einem Fall unter vielen) Bleiberecht zu gewähren. In seine Amtszeit fällt außerdem die Festnahme und Verfolgung von dreizehn inzwischen freigesprochenen Tierrechtsaktivisten unter dem »Mafia-Paragraphen«. Inzwischen sollte er wohl aufpassen, dass ihn nicht seine eigene Mafia zu Fall bringt. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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