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Österreich | Protest | Bildung | Postfach
Juli/August - 2012 Ich nehme am bundesweiten Aktionstag teil, um gegen die prekäre Situation an den Unis, gegen die Einführung von Studiengebühren auf der Uni Wien und gegen die Abschaffung des Bachelors der Internationale Entwicklung zu protestieren. Es geht generell um mehr Mitbestimmungsrechte an der Uni. Da bleibt uns gar keine andere Möglichkeit als auf die Straße zu gehen und unser Anliegen kund zu tun, unsere Stimme zu erheben und Lärm zu machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um gehört zu werden. Ich – und ich glaube auch viele andere – habe das Gefühl, dass die Universität auf die Anliegen der Studierenden einfach keine Rücksicht nimmt und den Studierenden nicht zuhört. Was wir vorschlagen, wird gar nicht in Betracht gezogen. Deswegen denk ich, dass es notwendig ist, Proteste wie den bundeweiten Bildungsaktionstag zu organisieren, auf die Straße zu gehen, Infostände aufzubauen und die Medien zu informieren. Überhaupt Menschen zu informieren, sie zu organisieren und dann gemeinsam etwas zu bewegen. Ich habe den Eindruck, dass in den letzten zehn Jahren die Qualität der Universitäten allgemein schlechter geworden ist, und dass diese Entwicklung so weiter gehen wird. Wir hatten den Zwischenerfolg, dass Studiengebühren wieder abgeschafft wurden. Aber jetzt führt die Pseudo-Autonomie der Unis dazu, dass wahrscheinlich wieder mehr und höhere Studiengebühren kommen werden. Dazu kommt dann die Abschaffung bzw. Kürzung der Familienbeihilfe. Das alles erlaubt schon die berechtigte Befürchtung, dass das Leben und Studieren immer noch prekärer wird. Bei den öffentlichen Aktionen ist es vielleicht nicht immer so sichtbar, aber der Protest findet ja auf vielen verschiedenen Ebenen statt. Zum einen werden innerhalb der Uni Gelegenheiten geschaffen, um mit Leuten zu sprechen. Dann geht es darum, in der Politik zu intervenieren, und dort mit Leuten zu sprechen. Aber wir müssen auch größere politische Themen angehen, weil am Ende die Situation, die wir jetzt an den Unis haben, nur ein Symptom davon ist. Das alles geht aber nicht ohne Aktionismus: auf die Straße gehen, Demos, Flyer verteilen, Leute informieren. Es ist wichtig, dass sich dabei Leute zusammen finden und organisieren, um etwas auf die Beine zu stellen. Julian, studiert Internationale Entwicklung Abschrift eines Videointerviews am bundesweiten Aktionstag, 5. Juni 2012 (Bearbeitung durch die Redaktion). Weitere Zitate und Meinungen von Studierenden findest du hier. HINWEIS: LeserInnenbriefe spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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