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Soziales | Wirtschaft | Wirtschaftskrise | Europa

Juli/August - 2012    
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Dass Austerität und fiskalische Disziplin funktioniere, meinte Christine Lagarde, Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds, im Juni und verwies dabei auf Länder wie Lettland und Estland. Die gute Wirtschaftsleistung vor 2008 und die schnelle Erholung danach würden das zeigen.

Doch Lagarde verschweigt wichtige Argumente:

  1. Lettland und Estland geht es besser, weil sie enorme Geldtransfers bekamen (20% des estnischen Budgets ist EU-finanziert). Griechenlands Sparpolitik erfolgt zudem in wesentlich größerem Ausmaß als jene des kleineren Lettlands, das sich nach wie vor in tiefer Depression befindet.
  2. Die Banken befinden sich im Besitz von schwedischen und anderen nordeuropäischen Geldinstituten. Deshalb gab es keine Bankenrettungspakete. Die Staatsschulden (die ohnehin niemals wirklich hoch waren) explodierten nicht, wie es etwa in Irland der Fall ist. Weiters sind die Exporte stark auf Skandinavien ausgerichtet, das die Krise nicht so hart traf.
  3. Was diesen Ökonomien tatsächlich »half«, war nicht fiskalische Disziplin, sondern die Abschaffung von Rechten der Lohnabhängigen. Das ließ die Profite der Unternehmer in die Höhe schießen und viele Arbeitskräfte auswandern. Junge Lettinnen und Letten flüchteten aus dem Land: 1991 lebten dort 2,7 Millionen Menschen, bis heute ist die Bevölkerung auf 2 Millionen geschrumpft. So ein »Ausweg aus der Krise« ist keine Lösung für arbeitende Menschen.


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