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Österreich | Protest | Bildung | Demokratie

Juli/August - 2012 (Di. 19.06.12)    
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Stimmen aus der Bewegung



Studierende und Lehrende verschiedener Universitäten und Studienrichtungen haben am 5. Juni 2012 zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die sich fortwährend verschlechternden Studienbedingungen durch STEOP, Studiengebühren und gegen die drohende Abschaffung von Studiengängen aufgerufen. Dietmar Meister und Ludwig Sommer haben Studierende befragt, warum sie sich am Protest beteiligen und welche Perspektive sie für die Uni-Bewegung sehen.

Ich bin heute hier, weil ich für mehr Mitbestimmung von Studierenden an der Universität bin. Ich bin dagegen, dass von oben aufdoktriniert wird, wie die Lehre auszusehen hat. Und ich bin dafür da, dass die Universitäten vernünftig ausfinanziert werden, und zwar nicht durch Studiengebühren. Ich bin der Meinung, dass es genug Geld in diesem Land gibt und wir es nur für die falschen Sachen ausgegeben. Julia (Internationale Entwicklung)

Ich denk es ist wichtig heute hier zu sein, weil es eine der wenigen Möglichkeiten ist, wo Studierende die Politiker direkt erreichen können. Sonst, mit Studienvertretung und ÖH, das klappt nicht immer so ganz mit der Übermittlung der Botschaft, die die Studierenden haben. Bei Protesten und Demozügen kann man es den Politikern direkt vor Augen führen, wo die Probleme liegen. Jakob (Erdwissenschaften)

Ich glaube generell, dass es wichtig ist, dass sich jeder für seine Rechte einsetzt, dass man studieren kann, dass man frei studieren kann, dass man studieren kann was man möchte. Und dass gute Studien, die extrem wichtig sind, nicht abgeschafft werden. Deswegen bin ich hier. Die Proteste gehen seit zwei Jahren und wir laufen immer gegen eine Mauer. Wir wurden regelrecht verarscht vom Rektorat, von Töchterle. Ich finde aber nicht, dass wir jetzt aufgeben sollten. Es geht weiter. Hannah (Internationale Entwicklung)

Ich bin dafür, dass wir auf die Straße gehen, weil es bei der Bildung nicht darum geht ausgebildet zu werden, sondern dass wir uns entwickeln können zu guten Menschen, die aufeinander achten. Und da geht’s jetzt nicht nur um die Unibildung, sondern um die Schulbildung, die Kindergartenbildung, Betreuung. Da geht es einfach um uns als Menschen. Wir ärgern uns total darüber, dass eigentlich die Lehrer und die Schüler überhaupt nicht gefragt werden bei der momentanen Bildungspolitik. Astrid (Lehrerin)

Grundsätzlich soll man hier sein um aufzuzeigen, dass die Situation derzeit an den Universitäten in Österreich, und nicht nur in Österreich sondern auch außerhalb, teilweise untragbar ist. Der Zweck des Studierend wird nur mehr wirtschaftlich gesehen – Studieren ist nicht mehr das, was es früher einmal war. Die Entwicklung geht in eine Richtung, in der Leistungsdruck und nur ökonomisch verwertbare Ausbildung wichtig sind. Julian (Internationale Entwicklung)

Widerstand und Demonstrationen sind meiner Meinung nach enorm wichtig, weil es darum geht, auf die Strukturen und Prozesse aufmerksam zu machen, die im Moment stattfinden in der Uni. Wenn das einfach so verschwindet und unsichtbar wird, dann ist das einfach nur wieder ein weiterer Schritt in den Fatalismus und die Lethargie und das Akzeptieren von einem meiner Meinung nach gefährlichen Status-Quo, in dem wir uns gerade befinden. Hannes (Internationale Entwicklung)

Ich bin da, weil die Zustände auf den Hochschulen einfach unerträglich sind. Es ist erstens kein Geld da, wir werden zweitens beschissen behandelt – permanent und das seit Jahren, von der Politik entweder ausgesessen oder ignoriert. Und drittens ist es einfach eine Frechheit, wie in einer Demokratie in der letzten Zeit mit Protesten und Demonstrationen umgegangen worden ist, sowohl von der Polizei als auch von der Universitätsleitung der Uni Wien. Im besten Fall sammeln und bündeln sich jetzt die Kräfte – Zusammenarbeiten und weiter vernetzen ist glaub ich das Schlagwort. Inge (Politikwissenschaft und Sinologie)


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