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Österreich | Bildung | Postfach


April - 2012    
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Die Studieneingangs- und Orientierungsphase, liebevoll StEOP genannt, hat leider nichts mit einer Orientierung zu tun. Es wurden keine Kompetenzen geprüft, nach so einer Prüfung hat keiner einen Einblick darüber ob man eine gute Lehrerin wäre oder nicht und die Orientierungslosigkeit übernimmt meistens sogar die Oberhand.

Seit ich 3 Jahre alt bin, träume ich davon Lehrerin zu werden, seit ich 10 bin, davon Englisch zu unterrichten, seit ich 12 bin, gebe ich Nachhilfe – auch an Leute, deren Alter meines weit überschreitet. Dank der StEOP, kann es mir jetzt passieren dass dieser Traum nie in Erfüllung gehen wird.

Da ich englischsprachig aufgewachsen bin, meine ganze Schulkarriere bis auf die letzten zwei Jahre auch größten Teils in Englisch erfolgte, und mein Interesse an den Regeln der Grammatik immer schon groß war, hab ich mich sehr auf das Studium gefreut. Anfangs wirkte alles noch sehr strukturiert – die Vorlesungen waren interessant, ich hab brav gelernt und fühlte mich allgemein gut auf die Prüfung vorbereitet. Der Stoff stellte keine Schwierigkeiten dar, immerhin waren es Einführungsvorlesungen und das meiste hat man ja entweder schon mal gehört, oder ich habe es zumindest schon während meiner Schulzeit durchgemacht gehabt.

Doch dann kamen die Noten. Dank meinem Doppelstudium, hatte ich nicht 3 sondern 5 StEOPs … davon hab ich eine nicht geschafft. Einen Antritt hab ich noch, aber sollte ich die Prüfung auch beim zweiten Mal nicht schaffen, bin ich LEBENSLÄNGLICH für das Englischstudium (egal ob Bachelor oder Lehramt) in Wien gesperrt.

Finden Sie es in Ordnung, den zukünftige Generationen somit zu vermitteln dass man seine Träume am besten gleich aufgeben sollte, denn Können allein reicht sowieso nicht mehr, nachdem das System auf sturem Auswendiglernen basiert? Ich nicht.

Und was wenn ich den zweiten Antritt auch nicht schaffe? Plan B? Den hab ich leider nicht. Ich will Englischlehrerin werden.

Amber Mazal Weinber, studiert Lehramt Englisch

HINWEIS: LeserInnenbriefe spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider

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