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Soziales | Arbeitskampf | Rassismus | Links-Parteien
April - 2012 Gewerkschaften sind die zentrale Organisation der Arbeiterinnen und Arbeiter in jeglicher Auseinandersetzung mit den Unternehmern. Jeder bewusste Beitritt zu einer Gewerkschaft zeugt von der Tatsache, dass Arbeiter und Unternehmer widersprüchliche Interessen verfolgen und Arbeiter sich deshalb unabhängig organisieren müssen. Für Marx und Engels waren die Gewerkschaften entscheidend um die Spaltungen der Arbeiter untereinander überwinden zu können und um die Selbstbefreiung der Arbeiterklasse zu realisieren. Gewerkschaften verfestigen aber auch bestimmte Spaltungen zwischen Arbeitern: zwischen Arbeitern und Angestellten, zwischen verschiedenen Branchen, zwischen gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeitern und solchen, die keine Chance auf regelmäßige Arbeit haben. Viele Jugendliche oder noch stärker Einwanderer, die auf schlecht bezahlte Arbeit angewiesen sind, fühlen sich kaum oder gar nicht von den Gewerkschaften vertreten. Deshalb ist es so wichtig, dass sich Sozialistinnen und Sozialisten für Solidarität mit schwächeren Gruppen wie Asylwerbern bei den Gewerkschaften oder für branchenübergreifende Zusammenarbeit bei Arbeitskämpfen einsetzen. Marx und Engels beschrieben eindringlich, wie Kapitalismus die Arbeiter innerhalb der Produktion zusammenbringt und wie Konkurrenz sie wieder voneinander trennt. Zum Beispiel stellen Medien und die Regierung die Angestellten des öffentlichen Diensts gerne als überbezahlte Privilegierte dar, die generell einen schlampigen Service liefern, für den die fleißigen Arbeiter aus der Privatwirtschaft mit ihren Steuern aufzukommen haben. Beamte werden nicht als eine Gruppe von Arbeitern gezeichnet, sondern als eine Gruppe mit völlig abgetrennten Interessen, was für den Großteil der Beamten einfach nicht zutrifft. Ein kleiner Teil der Beamten ist aber tatsächlich damit beschäftigt die Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse zu organisieren, dieser Teil sollte nicht gleich behandelt wie etwa beamtete Lehrerinnen und Lehrer. Für jeden größeren Kampf der Werktätigen gegen Unternehmer oder Regierung braucht es die Beteiligung von Gewerkschaften, wenn er erfolgreich sein soll. Es hat sich aber innerhalb der Gewerkschaften eine eigene Führung etabliert: die Bürokratie. Die Bürokraten haben nicht mehr dieselben Sorgen und Interessen wie die Mitglieder an der Basis der Organisation. Sie sind weder Arbeitgeber noch Arbeiter, sondern haben die Aufgabe zu verhandeln, wie intensiv die Arbeiter ausgebeutet werden. Zustimmung zu niedrigen Lohnabschlüssen oder zu Sozialabbau rechtfertigen sie mit dem falschen und verräterischen Argument, es gelte den nationalen Standort zu retten. Der jeweilige Streitpunkt betrifft die Vertreterinnen oder Vertreter der Bürokratie nicht mehr unmittelbar. Jeder Streit zwischen Arbeitern und ihren Bossen bzw. Arbeitern und der Regierung steigert ihren Arbeitsaufwand und vergrößert ihre Mühsal. Mehr und mehr verstehen Bürokraten Beschwerden der Arbeiter an der Basis als unvernünftig und ungerechtfertigt. Unabhängige Aktivitäten der Basismitglieder sehen sie als lästig und gefährlich an und wissen sie mit verschiedenen Methoden zu unterbinden. Ihr größtes Kapital ist ihr Verhandlungsmonopol mit Regierung und Unternehmern. Wirklich kämpferisch werden sie, wenn sie bei Verhandlungen über Sparpakete und Lohnabschlüsse nicht mehr eingeladen werden. von Manfred Ecker Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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