Ein Gericht in Simbabwe hatte sechs Aktivisten verurteilt, weil sie sich Videos vom Arabischen Frühling angesehen haben. Gestern (Mittwoch, 21.3.2012) wurde der Strafrahmen verkündet: Alle erhielten eine Geldstrafe und müssen gemeinnützige Arbeit leisten.
Am Montag waren die sechs wegen »Verschwörung zu öffentlicher Gewalt« verurteilt worden. Jeder erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung, darüber hinaus müssen sie jeweils 240 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und 500 US-Dollar Strafe zahlen. Als Bewährungsauflage wurde festgesetzt, dass sie in den nächsten fünf Jahren keine ähnlichen Vergehen begehen dürfen.
Die Angeklagten wollen gegen das Urteil berufen. Der Angeklagte Munyaradzi Gwisai sagte: »Wir lassen uns nicht einschüchtern. Es wird uns nicht aufhalten. Ich bereue nichts.«
Dennoch war das Urteil eine Erleichterung. Noch am Vortag hatte der Staatsanwalt Edmore Nyazamba die Höchststrafe von 10 Jahren Haft gefordert. Mit seiner Aussage dass die Angeklagten in biblischen Zeiten gesteinigt worden wären, hatte er für Aufregung im Gericht gesorgt. Weiters sagte er: »Wer gegen die Obrigkeit aufbegehrte wurden vom Erdboden verschluckt. Auch ihre Familien, mitsamt ihren Hunden und Katzen, wurden nicht verschont.«
Die Zuschauertribüne war voll mit Unterstützerinnen und Unterstützern der Angeklagten. Hunderte mehr, darunter viele Studierende und Gewerkschaftsangehörige, gaben ihre Solidarität vor dem Gericht kund. Die Polizei verriegelte den Eingang zum Gerichtsgebäude.
Die sechs waren im Februar 2011 gemeinsam mit 39 anderen, deren Anklage allerdings bald fallengelassen wurde, bei einer Razzia der Polizei auf einem Treffen der International Socialist Organisation (ISO) verhaftet worden. Bei diesem wurden Nachrichtenmitschnitte von den Revolutionen in Ägypten und Tunesien gezeigt und diskutiert. Die Behörde behauptet, dass die Angeklagten kurz davor waren, einen ähnlichen Aufstand in Simbabwe anzuzetteln.
Bei den sechs handelt es sich um den Rechtswissenschafter Munyaradzi Gwisai, den Aktivisten der Anti-Schulden-Kampagne Hopewell Gumbo, den Leiter des »Zimbabwe Labour Centre« Tafadzwa Choto, Studierendenführer Welcome Zimuto, und die Aktivisten Edson Chakuma and Tatenda Mombeyarara.
Im Februar letzten Jahres stürmte die Polizei in Simbabwe ein Treffen der International Socialist Organisation . Der Koordinator der ISO, Munyaradzi Gwisai, wollte dort laut eigener Aussage über…