Mit der Novemberrevolution 1918 wurde Deutschland zum Zentrum der revolutionären Massenbewegung, die nach dem ersten Weltkrieg und der russischen Oktoberrevolution international entbrannten. Die blutige Unterdrückung der Novemberrevolution war nicht das Ende der deutschen Revolution, sondern Auftakt eines sich über fünf Jahre erstreckenden Machtkampfs zwischen der revolutionären Arbeiterbewegung und der alten Ordnung.
Chris Harman beschreibt die Ereignisse dieser spannendsten Jahre der deutschen Geschichte, die Politik der SPD und die Entwicklung der KPD von einem isolierten Grüppchen zu einer mächtigen Massenpartei.
Dabei analysiert er, warum es nicht gelang, die Revolution zum Sieg zu führen. Ein Meisterwerk über revolutionäre Strategie und Taktik.
An 4 Terminen im Sommersemester 2012 wollen wir dieses Buch diskutieren. Anhand von Fragestellungen, sollen die jeweiligen Kapitel gelesen und bearbeitet werden, um diese dann bei den Treffen zu diskutieren.
Termin: 24. März (bis Seite 91 – Vor dem Sturm, 4. August 1914, Die Novemberrevolution, Tage der Arbeitermacht)
Termin: 28. April (bis Seite 239 – Die Spartakus-Tage, Die Monate des Bürgerkriegs, Die Bayrische Räterepublik, Die Bilanz des ersten Jahres, Der Kapp-Putsch 1920)
Termin: 26. Mai (bis Seite 301 – Der Irrsinn der Märzaktion 1921, 1923 – Das Jahr der Krise)
Termin: 23. Juni (Der heiße Sommer, Der deutsche Oktober, Die Erbschaft der Niederlage)
Bitte melde dich bei Kathi (0699 10602217, k_litschauer@yahoo.de) wenn du Fragen oder Interesse am Lesekreis hast.
Die folgenden Fragen dienen der Vorbereitung und sind als Hilfestellung beim Lesen im Vorfeld des ersten Termins gedacht. Da die Fragen beim Lesekreis-Termin in Gruppen diskutiert werden sollen, wäre es ratsam sich beim Lesen Notizen zu machen und diese beim Termin parat zu haben. Die Zusatzfragen dienen als Hilfestellung bei der Beantwortung.
Welche Rolle spielte der erste Weltkrieg für die Entwicklung der revolutionären Bewegung? Wie war die deutsche Gesellschaft vor dem Krieg gekennzeichnet? Wie verhielten sich die Massenorganisationen der Arbeiterklasse, allen voran die SPD? Wie änderte der Krieg die materielle Basis der Bevölkerung? Wie verhielten sich die Revolutionäre, und hätten sie etwas anders machen können?
Welche Erfahrungen bezüglich Streiks und Protesten scheinen dir für heute noch äußerst relevant? Welche Bedeutung haben spontane Massenerhebungen? Welche Rolle können einzelne Individuen spielen? Fallen dir Vergleiche zur ägyptischen Revolution heute ein? Wie ist eine revolutionäre Partei in diesem Zusammenhang zu bewerten?
Wie ist der Zusammenhang zur russischen Revolution und Massenprotesten in anderen Ländern? Wie verhielten sich die Bolschewiki in Russland? Wie siehst du die Bedeutung von internationaler Vernetzung im Zusammenhang mit der deutschen Revolution? Wäre eine engere internationale Vernetzung heute notwendiger bzw. sollten wir an einer besseren Vernetzung und Zusammenarbeit arbeiten?
Wie beschreibt Harman die »Anatomie einer Revolution«? Welche Bedeutung hat die Selbstaktivität der Arbeiterklasse? Wie verändert sich das Bewusstsein von Menschen in revolutionären Umbrüchen? Was bedeutet ‚Arbeitermacht’? Wie konnte die Konterrevolution in Deutschland wachsen? Welche Rolle kann in diesem Zusammenhang die revolutionäre Partei spielen?
Was hat dich beim Lesen der ersten Kapitel am meisten bewegt?
Mit der Novemberrevolution 1918 wurde Deutschland zum Zentrum der revolutionären Massenbewegungen, die nach dem ersten Weltkrieg und der russischen Oktoberrevolution international entbrannten. Der…
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Der Geschichtsunterricht präsentiert uns das Jahr 1918 und den Zerfall der ehemaligen Großmacht immer noch gerne als Katastrophe, aus der der »Staat, den keiner wollte« hervorging. Für die…
»Erschlug man Luxemburg und Liebknecht, erschlug man die Revolution«, so meint Klaus Gietinger, der 1995 endlich – fast acht Jahrzehnte nachher – den Tathergang vom 15. Januar 1919 restlos…