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AKH: Die Misere geht weiter

Mi. 22.02.12    
       


In der Eingangshalle protestierten am 29.11. Ärztinnen, Ärzte, Patientinnen und Patienten gegen die geplanten Einsparungen
© linkswende.org (Peter Herbst)

Die Personalnot im AKH hat schon bisher unerträgliche Arbeitsbedingungen verursacht. Sie wird sich noch weiter verschlimmern, wenn sich die zuständigen Instanzen mit ihren Plänen durchsetzen können, meint Peter Herbst.

Für das AKH Wien sind www.linkswende.org/5585/AKH-Toechterles-Scheinloesung, der Rektor der Medizinischen Universität Wolfgang Schütz, und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely verantwortlich. Die Medizinische Universität Wien stellt die Ärzteschaft und das wissenschaftliche Personal im AKH. Als voriges Jahr die ersatzlose Streichung von Nachtdiensträdern drohte, die wiederum nur durch Mehrarbeit kompensiert werden können, begehrte die Belegschaft auf und setzte deren Finanzierung durch. Dass es sich dabei bloß um Scheinlösung handelte, wurde an dieser Stelle bereits behandelt: www.linkswende.org/5585/AKH-Toechterles-Scheinloesung

Andere Krisenherde wurden von der Politik jedoch nicht einmal angesprochen. Dazu zählt vorrangig die Streichung von 180 Dienststellen, von denen 100 bereits weg sind. Für die Jungärztinnen und Jungärzte steigt der Arbeitsdruck ins Unerträgliche. Turnusärzte sind mit Spritzen geben, Blutabnehmen und Papierkram beschäftigt; alles Tätigkeiten für die eigentlich Verwaltungs- und Pflegepersonal zuständig wäre. Nur genau das wurde schon eingespart. Während es in anderen Ländern üblich ist, dass vier bis fünf Pflegekräfte pro Arzt zur Verfügung stehen, sind es in Österreich gerade einmal zwei. Das hat zur Folge, dass fertig ausgebildete Jungärzte keinerlei Karriereaussichten haben und deshalb oft ins Ausland gehen.

Dem Dilemma ist schwierig zu begegnen: Das Wissenschaftsministerium bezahlt die Ärzte. Das Pflegepersonal und die Erhaltung der Einrichtung werden von der Stadt Wien bezahlt. Ebenfalls außergewöhnlich ist im AKH der Überhang von Akutbetten gegenüber Pflegebetten ­– ebenfalls eine weitere Ursache für die Überlastung des Personals.

Minister Töchterle schwebt vor, durch ein »neues Konzept« mehr Arbeitsleistung mit weniger Personal und Mitteln zu erzwingen! Es wäre Sache des Rektors der MedUni Wolfgang Schütz sich gegen Töchterles Pläne querzustellen, aber dergleichen ist nicht zu erwarten. Stattdessen gehen alle drei zuständigen Instanzen weiter auf das Personal los. Der tragische Fall, wo eine schwangere Frau von der Klinik abgewiesen wurde, und dann eine Fehlgeburt erlitt, ist symptomatisch. Personalnot führt zu Engpässen – und Engpässe haben im Spitalssektor tragische Konsequenzen. Es wird aber alle Schuld für die Folgen der Einsparungen dem Personal, besonders der Ärzteschaft aufgebürdet.

Für die Finanzmisere schieben sich Bund und Stadt gegenseitig den Schwarzen Peter zu, während das AKH weiter am Abgrund entlang schrammt, sich das Personal zu Tode arbeitet und Patientenleben gefährdet werden.

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