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Österreich | Protest | Rechtsextremismus | Nahost-Konflikt

Februar - 2012    
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Israels Unterstützer spalten die Bewegung bei jedem bedeutenden antifaschistischen Protest. Sie denunzieren Israelkritiker und -Kritikerinnen als antisemitisch. Wenn Israelkritiker gleichzeitig bekennende gläubige Muslime sind, drücken sie ihnen noch zusätzlich den Stempel »Islamisten« auf. Aber es bleibt nicht bei Denunzierung: Sie weigern sich mit Israelkritikern gemeinsam gegen die Faschisten zu protestieren.

Das macht uns nicht nur zornig, weil der Antisemitismus-Vorwurf schon des Öfteren gegen uns selbst gerichtet wurde. Es ist vor allem bedenklich, weil diese Leute selbst ein Teil der Linken sind und sich als Antifaschistinnen und Antifaschisten verstehen. Politisch sind sie einer Strömung zuzurechnen, die allgemein als »Antinationale« oder als »Antideutsche« bezeichnet wird. Die Rücksichtslosigkeit mit der sie vorgehen, rechtfertigen sie mit einer eigenen »Theorie«, laut welcher Antisemitismus etwas Unüberwindliches darstelle, das vor allem den Europäern in die Wiege gelegt sei. Demnach gäbe es keinen Schutz für die jüdische Bevölkerung außer dem Staat Israel. Die nächste Judenvernichtung lauere jederzeit und überall. Da nur sie diese Gefahr verstehen, können sie vor sich jedes Mittel rechtfertigen, um Israel vor Kritik zu beschützen.

Die dennoch ungewohnte Brutalität, mit der sie bei den Protesten vom 8. Mai und jetzt bei den WKR-Protesten gegen Antizionisten (Zionismus ist die Gründungsideologie Israels) aufgetreten sind, hat seine Ursache in der zunehmenden Bedrängnis, in der sich Israel seit dem Ausbruch der demokratischen Revolutionen in Tunesien, Ägypten und Syrien wiederfindet. Eine Existenzgrundlage Israels – die mehr oder weniger stille Kooperation der benachbarten Diktatoren – geht verloren. Umso verzweifelter wird eine andere Existenzgrundlage verteidigt: der Rückhalt des Westens.

Wie unberechtigt der Antisemitismusvorwurf gegen Israelkritiker ist, ist den »Antideutschen« völlig egal – solange er wirkt. Und er wirkt tatsächlich: Der Standard hat Aussendungen der GRAS Uni Wien (wo sich die »Antideutschen« aktuell eingenistet haben) übernommen ohne zu recherchieren und andere Medien folgten.

Die FPÖ selbst hat die Vorwürfe aufgegriffen und versucht so sich selbst aus der Kritik zu nehmen. Damit wären wir wieder beim eigentlichen Thema: Die Unterstützer Israels schwächen die Bewegung gegen Faschismus und erlauben es der FPÖ sich aus der Schusslinie zu nehmen.

Ideologien sind hartnäckig, aber Fakten sind viel sturer. Fakt ist: Die größte Bedrohung hierzulande geht von der FPÖ aus. Wir dürfen uns im Kampf gegen die FPÖ nicht spalten lassen. Fakt ist auch, dass während und vor dem Zweiten Weltkrieg Antizionisten und Zionisten vielerorts gemeinsam gegen den Faschismus gekämpft haben. Erst der moderne Zionismus will diesen gemeinsamen Kampf vergessen machen.

von Manfred Ecker

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