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Februar - 2012 (Di. 14.02.12)    
       


Massenblockaden sind der Grundstein für die massive Niederlage der Nazis in Dresden

Das antifaschistische Bündnis »Dresden Nazifrei« ruft nach den erfolgreichen Blockadeaktionen der beiden vergangenen Jahre für den 18. Februar 2012 erneut zu Massenblockaden auf.

Der 13. Februar ist der Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten. Im Februar 1945, drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges, ließen amerikanische und britische Bomber 200.000 Spreng- und 650.000 Brandbomben auf die historische Altstadt Dresdens niederregnen. Das entstandene Flammenmeer ließ Fensterscheiben schmelzen, Tausende erstickten in Kellern, wurden von Trümmern erschlagen oder verbrannten. Die Stadt lag anschließend in Schutt und Asche. Diesen Angriff nehmen Nazis aus dem In- und Ausland seit Jahren zum Anlass für einen Großaufmarsch. Ihr Ziel: Anknüpfend an der Trauer vieler Dresdner über die Toten und Zerstörung wollen sie die Geschichte umschreiben. Die NPD redet in Bezug auf Dresden vom »Bombenholocaust« – und versucht so, die Verbrechen der Nazis zu relativieren. Die Nazis versuchen, das Gedenken an die Bombardierung von Dresden für ihre Zwecke zu missbrauchen.

2010 und 2011 konnte der »Trauermarsch« der Neonazis durch Massenblockaden verhindert werden. Mehr als 20.000 Menschen stellten sich den Nazis in den Weg, sodass diese am Bahnhof stecken blieben. Diese wichtigen Erfolge für die antifaschistische Bewegung in Deutschland sind einer breiten Einheitsfront von politischen Parteien, Gewerkschaften und Jugendorganisationen zu verdanken, die eine Massenmobilisierung ermöglichte.

Nun blickt man in Österreich mit ehrlicher und solidarischer Freude über diese Erfolge, aber verständlicherweise auch mit ein wenig Neid in Richtung deutsche Antifa-Bewegung. Angesichts des gefährlichen Aufstiegs der FPÖ bräuchte die österreichische antifaschistische Bewegung einen ähnlich entschlossenen Massenwiderstand. Wir sollten mit derselben konfrontativen Haltung gegen FPÖ-Veranstaltungen auftreten.

Unsere Ausgangslage ist jedoch komplizierter als in Deutschland. Einerseits ist die FPÖ in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mit der deutschen NPD zu vergleichen. Letztere tritt nahezu offen nationalsozialistisch auf und wird von linken bis konservativen Vertretern als faschistische Kraft erkannt. Die FPÖ schafft es (noch), sich als bürgerlich-nationalistische, rechtspopulistische Partei zu verkaufen und leugnet ihre Nähe zum Nationalsozialismus – lediglich Teile der Linken in Österreich nehmen die FPÖ als unmittelbar faschistische Gefahr wahr. Dies ist eine zentrale Schwäche der antifaschistischen Bewegung in Österreich. Das Fehlen einer gesellschaftlich relevanten Linkspartei verstärkt diese Schwäche.

Aufgabe von Antifaschistinnen und Antifaschisten in Österreich muss es sein, die FPÖ als faschistische Kraft zu enttarnen und die Zusammenarbeit mit Großorganisationen wie Gewerkschaften, Israelitische Kultusgemeinde und andere politische Kräfte vom linken, liberalen bis konservativen Spektrum an Bord zu bekommen. Erst durch solch eine Bündelung aller antifaschistischen Kräfte sind Massenblockaden wie jene des Bündnisses »Dresden Nazifrei« auch in Österreich möglich. Wir müssen in diese Richtung arbeiten.

von Daniel Harrasser

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