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Februar - 2012    
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© Ilse De Lorenzo

Im Februar 2012 muss eine Familie aus dem Kosovo nach siebenjährigem Aufenthalt in Österreich wieder zurück in ihre »Heimat«. Doch was ist das für eine Heimat, an die sich die Kinder nicht einmal mehr erinnern können? In der der Vater Angst um sein eigenes und das Leben seiner Kinder haben muss? Was ist das für eine Heimat, in der du dich nicht zu Hause fühlst?

Die Familie Avdyli hat ihre Pflicht getan. Sie haben deutsch gelernt, die Kinder sind mit gutem Erfolg in Attnang zur Schule gegangen. Der Vater hat ständig versucht, Arbeit zu bekommen. Es gab auch viele Firmen, die ihn genommen hätten, aber man hat ihm keine Arbeitserlaubnis erteilt. Die Familie hat sich zu integrieren versucht und gelernt, wie man in Österreich lebt. Trotzdem hat es nicht gereicht. Irgendwo hat irgendjemand auch nur seine Pflicht getan. Beamte oder Politiker haben sich nur ans Asylrecht gehalten. Sie haben geprüft und geprüft und sind zur Ansicht gekommen, dass es keinen Grund gibt, warum Familie Avdyli in Österreich bleiben soll. Dass es mehrere Attentate auf den Vater der Familie gegeben hat und diese deswegen den Kosovo verlassen musste, spielt offensichtlich keine Rolle. Was es für die Kinder heißt, in ein Land zurück zu müssen, das sie nicht kennen, auch nicht.

Doch da gibt es auch noch die anderen, die am Montag, 6. Februar 2012, bei minus 15 Grad mit Fackeln und Liedern in Attnang gegen die Abschiebung demonstriert haben. Menschen, die auch tagsüber ihre Pflicht getan haben, aber eben nicht nur. Sie haben am Abend ihre Menschlichkeit gezeigt und ihren Willen, sich für andere, die unsere Hilfe brauchen, einzusetzen. Wenn das diese Menschen können und tun, um wie viel mehr sind nicht unsere Politiker gefordert, auch Menschlichkeit zu zeigen?

Deswegen der Appell aller, die in Attnang waren: Lieber Herr Landeshauptmann Pühringer! Liebe Frau Innenministerin Mikl-Leitner! Unterstützen Sie uns und die Familie Avdyli. Zeigen Sie ein Herz und geben Sie den Kindern die Chance auf eine positive Zukunft in Österreich!

Und der Appell an uns alle: Es reicht oft nicht nur seine Pflicht zu tun !

Frederik Schmidsberger
Mauthausenkomitee
Vöcklabruck

HINWEIS: LeserInnenbriefe spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider

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