|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
|
Februar - 2012 (Di. 14.02.12)
Die norwegischen Mordanschläge von Oslo und Utoya durch den rechtsextremen Terroristen Anders Behring Breivik sind beinahe in Vergessenheit geraten. Daniel Harrasser erinnert an die schrecklichen Ereignisse vom 22. Juli 2011 und verweist auf die Mitschuld von Rechtsparteien wie der FPÖ.
Erst die Medienberichte über Breiviks Gerichtsverhandlung von Anfang Februar sowie die Veröffentlichung bisher unbekannter Bilder des Attentäters, die unmittelbar nach seiner Festnahme aufgenommen wurden, brachten die grausamen Anschläge wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Am Freitag, dem 22. Juli 2011 ermordete Breivik bei zwei Anschlägen 77 Menschen, darunter 69 Jugendliche aus der Sozialistischen Jugend Norwegens. In einem gleichzeitig per Mail verbreiteten 1.515 Seiten umfassenden Manifest »2083. A European Declaration of Independence« schrieb er, er wolle Norwegen und Europa gegen den Islam und den »Kulturmarxismus« verteidigen. Er bezog sich in seinem Manifest vor allem auf so genannte »rechtspopulistische« Parteien wie die Schweizer Volkspartei und die FPÖ, die er als vorbildliche »Anti-Immigrations-Parteien« bezeichnete und bedankte sich bei seinen »Brüdern und Schwestern« in Österreich. Breivik selbst war Mitglied der rechtsextremen norwegischen Fortschrittspartei und beteiligte sich in den Jahren vor den Anschlägen am Aufbau eines norwegischen Ablegers der islamfeindlichen English Defence League. Breivik wird oft als wahnhafter Einzeltäter dargestellt – gerade um von der Mitschuld der europäischen Rechtsparteien abzulenken. Der Wiener Historiker Gerhard Botz warnt vor dieser Art der Verharmlosung: »Ich glaube nicht, dass es zutrifft, Breivik als Einzelphänomen zu betrachten. […] Die Ziele dieses Menschen, so verrückt oder psychopathisch er sein mag, werden ihm von einer breiten Denkstruktur vorgegeben«, betonte Botz. Der Rechtsextremismusforscher Hajo Funke von der FU Berlin weist darauf hin: »Die entschiedenen und eskalierenden Reden gegen Muslime in Österreich, die ich persönlich bei Wahlkampfveranstaltungen erlebt habe, sind voller verbaler Gewalt«. Die Anschläge von Oslo und Utoya zeigen: Rassistische Hetze führt zu Nazi-Terror. Die europäischen Rechtsparteien leugnen ihre Verbindung zum Mord an 77 Menschen. Der Breivik-Terror ist nach kaum einem halben Jahr fast vollständig aus der Öffentlichkeit verdrängt worden. Wir sollten so oft wie möglich daran erinnern. Die 77 Toten von Oslo und Utoya sind ein Mahnmal. Weiterführende Artikel:
Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
|
||||||||
|
|
|||||||||
| Impressum |
linkswende@linkswende.org
0650/45 22 473 |
||||||||