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Februar - 2012 (Di. 14.02.12)    
       


Wenn wir das Sozialnetz in den USA betrachten – oder die Studienbedingungen, die Krankenversorgung, die private Verschuldung, etc. –, dann denken wir nur zu leicht: Solche Zustände sind bei uns nicht vorstellbar. Unsere Eliten nehmen die Divergenz zwischen den USA und österreichischem Wohlfahrtsstaat ganz anders wahr. Sie denken sich wohl: »Da wollen wir hin, da müssen wir hin, wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen.« Der jüngst präsentierte Bericht der Weltbank empfiehlt ganz offen: Die Ausgaben für Soziales sind in Europa zu hoch und die Arbeitszeit ist zu kurz. In einem Artikel auf der Internetseite der Weltbank heißt es: »Heute arbeiten US-Amerikaner einen Monat mehr als Niederländer, Franzosen, Deutsche und Schweden.«

Tatsächlich haben die brutalen Erfolge der US-Eliten dazu geführt, dass US-Arbeitnehmer unvergleichlich hart ausgebeutet werden. Diese Geschichte wurde gegen den Sozialstaat gewendet und als ein Problem der Länder präsentiert, wo Arbeiterrechte erfolgreicher verteidigt wurden. Auch an den Universitäten wünscht man sich amerikanische Zustände. In den USA ist es nicht unüblich, dass Studierende ihre Studienbeiträge per Studienkredit bezahlen müssen und mit Schulden zwischen 40.000 bis 100.000 US-Dollar ihr Studium beenden. Das würde es natürlich unseren Eliten erlauben die öffentlichen Gelder dort zu konzentrieren wo es ihnen gerade gelegen kommt. Sie wären davon befreit Bildung als ein öffentliches Gut zu behandeln.

Wir haben keinen Grund überheblich gegenüber den Menschen in den USA zu sein. Besondere historische Umstände hatten es den US-Eliten erlaubt, so brutal gegen den Sozialstaat vorzugehen. Aber wir dürfen auch nicht naiv sein und glauben, dass unsere Herrschenden nicht genau so gerne allumfassenden Sozialabbau betreiben würden.

Weiterführender Artikel:
  • Woher kommt der Sozialstaat?
    Manfred Ecker geht den Ursprüngen des Sozialstaats auf die Spur und beschreibt, wie wir ihn gewonnen und beinahe wieder verloren haben. »Wohlfahrt für Alle können wir uns nicht mehr…



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