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Februar - 2012 (Di. 14.02.12)    
       


Beerdigung der Opfer des Massakers von Khalidiya nahe Homs

Während Bashar al-Assad die Stadt Homs bombardieren lässt und den zehnmonatigen Volksaufstand als Machenschaft »fremder Mächte« darstellt, freuen sich der Westen und seine arabischen Verbündeten über eine Gelegenheit, die Revolution für sich zu kapern, meint Tom D. Allahyari.

Die UNO drängt auf Intervention, scheitert aber bisher am Veto Chinas und Russlands. Dem Westen geht es nicht um Humanität, sondern darum, den Iran und die libanesische Hisbollah zu treffen.

Die brutale Repression im US-freundlichen Bahrain beispielsweise wird gleichzeitig ignoriert.

Antiimperialistische Kraft?



Viele Syrer (und einige europäische Linke) sehen im syrischen Regime immer noch ein Bollwerk gegen westlichen Imperialismus. Es stimmt zwar, dass Syrien den Widerstand gegen Israel im Libanon und in Palästina (in Gestalt der Hamas) unterstützte, doch dasselbe Regime hat in den 70ern und 80ern die libanesische Befreiungsbewegung und die PLO zerschlagen und half später den Westen beim Angriff auf den Irak. Die ägyptische Revolution hat den antiimperialistischen Kampf in der Region in einen völlig neuen Zusammenhang gestellt. Niemand muss mehr auf Regimes, wie das von Assad setzen.

Aufstand in den Arbeitervierteln



Das Regime wackelt jedenfalls: Immer mehr Soldaten desertieren, gemeinsam mit bewaffneten Zivilisten formieren sie sich in der »Freien Syrischen Armee« (FSA), welche die Nachbarschaften gegen die »Shabiba« (»Geister«, also Geheimdienst usw.) verteidigt. Im »Syrian National Council«, dem liebsten Ansprechpartner des Westens, wiederum setzen viele auf militärische Intervention der USA oder Quatars. Die Zukunft der Revolution liegt aber in Wahrheit in den Händen der syrischen Arbeiter- und Arbeiterinnenklasse, besonders offensichtlich, nachdem die reichen Händler-Familien in Aleppo und Damaskus, zufrieden mit den neoliberalen »Reformen« des Regimes, nicht zur Revolution übergelaufen sind.

»Lokale Koordinationskomittees« arbeiten jetzt in den Arbeiterinnen- und Arbeiterklassevierteln der Großstädte. Die Folge: Das Regime verliert die Kontrolle über diese Viertel und Assad hat es jetzt mit Aufständen in unmittelbarer Nähe seines Palastes in Damaskus zu tun. In Allepo ist die Revolution von den Universitäten längst auf die Arbeiterviertel übergesprungen und selbst der unglaubliche Terror, den die Sicherheitskräfte mit Massenverhaftungen, Mord und Folter entfesseln, kann den Widerstand nicht brechen.

Verbündete der Revolution



Russland kämpft, auch im Rahmen der UNO mit anderen Großmächten um Einfluss in der Region. Russland und China sind genauso wenig »Freunde« der syrischen Bevölkerung wie der Iran, die libanesische Hisbollah oder arabische und westliche Staaten. Die wahren Bündnispartner der syrischen Aufständischen sind die Revolutionäre und Revolutionärinnen in den arabischen Staaten und besonders in Ägypten, wo zum Jahrestag der Revolution die syrische Fahne über den Tahrir-Platz getragen wurde.

Weiterführender Artikel:
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