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Februar - 2012 (Di. 14.02.12)    
       



Lesetip



Das Epos von Don Winslow hat 2011 den Deutschen Krimipreis gewonnen und diese Auszeichnung auch redlich verdient. Fünfeinhalb Jahre hat Winslow an diesen Buch gearbeitet, in dem er 30 Jahre amerikanisch-mexikanische Zeitgeschichte geschickt verarbeitet.

Der junge DEA Agent Arthur Keller wird 1973 nach Mexiko versetzt. (Anm: DEA -Amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde) Nach einiger Zeit freundet er sich dort mit den Brüdern Adan und Raul Barrera sowie deren Onkel Miguel Angel »Tito« Barrera an. Keller und der mächtige Polizeioffizier Tito Barrera bekämpfen in der Folgezeit im Rahmen der »Operation Condor« (In Wahrheit ein US-amerikanisches Programm um in Südamerika linke, oppositionelle Kräfte zu verfolgen) ein Kartell nach dem anderen. Bei einer groß angelegten Aktion, bei der Tito zusammen mit Keller gegen ein Drogenimperium vorgehen will, läuft scheinbar alles schief. Die mexikanische Polizei nimmt die Leute nicht fest, sondern metzelt sie brutal nieder. Erst viel später erkennt Keller, dass er der Hydra zwar den Kopf abgeschlagen hat, aber Tito Barrera der neue Kopf ist. So hat Keller zwar dabei geholfen, ein Kartell zu zerschlagen, aber auch ein anderes zu gründen.

Tito Barrera lässt in der Folge nicht mehr selbst Drogen anbauen, sondern steigt auf den weit lukrativeren Schmuggel um. Für die offizielle USA Grund genug, den »Krieg gegen die Drogen« als gewonnen zu erklären.

Parallel fügt der Autor elegant exakt gezeichnete Charaktere ein, wie die Edelprostituierte Nora Hayden, die eine platonische Freundschaft zum mexikanischen Bischof Juan Parada pflegt, oder den New Yorker Kleingangsters Sean Callan, der sich sofort in Nora Hayden verliebt.

1984 lässt sich der inzwischen hochdekorierte Arthur Keller nach Guadalajara (Mexiko) versetzen. Dort ist inzwischen Miguel Angel »Tito« Barrera ein angesehener Geschäftsmann. Da Titos Geschäfte auch politische Tragweite hat, ist er für Keller nicht greifbar- Vorerst…

Der florierende Drogenschmuggel von Mexiko in die USA dient der Geschichte als roter Faden. Darüber hinaus versteht es Winslow ausgezeichnet die politische Komponente ins Spiel zu bringen. Die Operation Condor fließt immer wieder in die Handlung ein und zeigt mit welcher Brutalität und Skrupellosigkeit die USA im Kampf gegen den Kommunismus vorgeht.

Viele die eine Rezession geschrieben haben, interpretieren das Buch als Plädoyer für die Legalisierung von Drogen. Die eigentliche Message ist jedoch: Mit Drogen lässt sich sehr gut Geld verdienen. Sie dienen oft an Orten wo die offizielle USA nicht agieren kann, als Zahlungsmittel. Diese »Währung« wird gebraucht um Waffen zu kaufen oder gegen anderes einzutauschen. Somit war und ist es nicht im Interesse der USA Drogen wirkungsvoll zu bekämpfen. Der Roman ist wortgewaltig, brutal, und gespickt mit zeitgeschichtlichen Fakten. Ein Buch das mal nicht mehr auf die Seite legen will, wenn man es einmal begonnen hat.

Taschenbuch, Surkamp 2010, 689 S., 15,40 €
ISBN: 978-3-518-46200-3


Weiterführender Artikel:
  • Serie 4 – Die linke Sicht der Dinge auf: Drogen
    Der Streit um das Thema Drogen wird oft zwischen rechtslastigen Moralaposteln einerseits und Anhängern einer Subkultur, die den Konsum etwa von Cannabis feiert, andererseits geführt. In Wahrheit…



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