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Arbeitskampf | Staatsgewalt | USA | Revolution | Afrika
Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12) © Hossam El-Hamalawy
»Es wäre eine Untertreibung zu sagen, 2011 war ein Jahr des Wandels. Das Jahr der Revolutionen, das Jahr in dem die Massen ihre Macht demonstrierten, das Jahr in dem wir feststellten, ja, wir haben die Macht die Kontrolle zu übernehmen und siegreich zu sein.«
Das sind die Worte von Gigi Ibrahim, einer ägyptischen Revolutionärin. 2011 haben die einfachen Menschen Geschichte geschrieben, wie bereits in den Jahren 1968 oder 1989. 2011 ist vielleicht sogar noch bedeutsamer was die längerfristigen Folgen angeht. Die britische Zeitung »Times« hat den tunesischen Straßenhändler Mohamed Bouazizi zur Person des Jahres 2011 gekürt. Seine Selbstverbrennung am 17. Dezember 2010 entfachte einen Flächenbrand. Nach 29 Tagen des Volksaufstandes mit hunderten Toten, Massenprotesten und drei Tage nach einem Generalstreik floh der tunesische Diktator Ben Ali am 14. Januar 2011. Der Erfolg beflügelte die arabischen Nachbarn. Nach einem 18-tägigen Aufstand und dem Ausbruch einer Streikwelle in Ägypten beenden die Massen am 11. Februar die blutige Ära Mubaraks. Die Revolutionswelle schockte die westlichen Imperialisten. Die Despoten Ben Ali und Mubarak waren ihre Verbündeten gewesen. Mit dem NATO-Krieg gegen den, kurz zuvor noch vom Westen hofierten, libyschen Diktator Gaddafi, versuchten die geschwächten Imperialisten zu retten, was zu retten ist. Aber 2011 sah alle Welt, dass Kriege keine Demokratie bringen. Die Realität von Revolution dagegen ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung für die Unterdrückten. Die nächsten Regimes im Jemen, in Syrien, Bahrain, etc. wackeln. Die Kriegstreiber aber müssen ohne echte Erfolge aus Irak und Afghanistan abziehen. Der Funke der arabischen Revolutionen sprang über.Der Geist vom Kairoer Tahrir-Platz, manifestierte sich ab 15.Mai im Herzen von Madrid, auf dem legendären Platz Puerta del Sol. Die Bewegung der Empörten(Indignados) gegen die sozialen und politischen Missstände im Land breitete sich mit Besetzungen öffentlicher Plätze über ganz Spanien aus. Eine neue, weltweite und antikapitalistische Bewegung entstand und erreichte am 17. September mit »Occupy Wall Street« auch das Herz des Kapitalismus, die USA. Die Occupy-Bewegung gibt wieder Hoffnung auf ein anderes Amerika. Die dahin darbenden US-Gewerkschaften solidarisierten sich daher schnell mit der frischen Bewegung, die sich übers Land und mit dem Aktionstag am 15. Oktober global ausbreitete. Und »Occupy Wall Street« solidarisiert sich wiederum in einer öffentlichen Erklärung mit den Massenstreiks in Griechenland: »Der Kampf für wirkliche Demokratie und soziale Gerechtigkeit, gegen das eine Prozent derer, die fast alles besitzen, erfordert von den 99% derer, die nichts oder gerade genug zum Überleben haben, ein gemeinsames, internationales, solidarisches Vorgehen.« In einem »Solidarity Letter from Cairo« schrieben die Leute vom Tahrir-Platz an die Bewegung »Occupy Wall Street« in den USA: »Eine ganze Generation über den Globus verstreut ist in dem Gefühl aufgewachsen, emotional wie rational angesichts der aktuellen Ordnung der Dinge keine Zukunft zu haben.« Die Riots der Jugend in England letzten Sommer waren eine gewaltige Explosion von Wut und Frustration gegen diese miesen Zukunftsperspektiven des Systems. Massenprotesten entladen sich rund um den Globus. Nichts mobilisiert die Menschen mehr, als die Möglichkeit eines Sieges über die Mächtigen. Und seit 2011 wissen sie, dass Revolution nicht nur nötig – sondern vor allem auch möglich ist! Nach Jahren der Friedhofsruhe wird jetzt sogar die uneingeschränkte Allmacht Putins herausgefordert. Am 24. Dezember demonstrierten Hunderttausende in den Straßen Russlands. 2012 wird sich die Krise des Kapitalismus weiter vertiefen. Die Kämpfe können völlig neue Dimensionen annehmen. 2011 war erst der Anfang! von Karin Wilflingseder Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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