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Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12)    
       



Zehntausende protestierten am 17. Dezember in mehreren italienischen Städten gegen die wachsende Gewalt gegen Immigranten und zeigten Solidarität mit den Opfern der jüngsten rassistischen Mordanschläge. Anlass der Demonstrationen war der Mordanschlag vom 13. Dezember in Florenz durch Gianluca Casseri, Mitglied der neofaschistischen Organisation Casa Pound und angesehener »Intellektueller« innerhalb der rechten Szene. Der Mörder machte systematisch Jagd auf die senegalesischen Straßenhändler und schoss drei von ihnen nieder. Samb Modou (40) und Diop Mor (54) waren sofort tot, das dritte Opfer wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Nachdem Casseri zunächst fliehen konnte, tauchte er drei Stunden später wieder auf, diesmal auf dem zentralen und auch von Touristen stark frequentierten Markt von San Lorenzo. Erneut verfolgte er Senegalesen zwischen den Marktständen und schoss zwei Männer an. Danach flüchtete er sich in eine Tiefgarage, wo er, von der Polizei gestellt, die Waffe gegen sich richtete und Selbstmord beging.

Nur drei Tage zuvor war in Turin eine Roma-Siedlung angegriffen worden. Nachdem eine 16-jährige Italienerin behauptet hatte, sie sei von zwei jungen Roma aus der angrenzenden Siedlung vergewaltigt worden, folgten mehrere hundert Anwohnerinnen und Anwohner einem gezielten Hetzaufruf. Dutzende stürmten bewaffnet die Siedlung und steckten sie in Brand. Die junge Frau gab wenig später zu, dass es sich bei ihrer schweren Anschuldigung um eine Notlüge gehandelt hatte, die ihren Eltern eine Affäre verheimlichen sollte.

Die Hauptforderung der demonstrierenden Migrantinnen und Migranten ist die Räumung der von der neofaschistischen Organisation Casa Pound besetzten Häuser, der auch der Mörder von Florenz angehörte. Pape Diaw, ein Sprecher der senegalesischen Community in Florenz, forderte auf der Trauerfeier konkrete Maßnahmen: die Entkriminalisierung von Flüchtlingen und ein neues Einbürgerungsgesetz.

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