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Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12) Es ist ein steiniger und langer Weg – aber, es tut sich was!Seit acht Jahren bin ich im psycho-sozialen Bereich tätig. Was mir aber die letzten 8 Monate widerfährt, hätte ich mir nicht träumen lassen. Vorweg: der Verein, in dem ich tätig bin, arbeitet mit psychisch kranken Menschen, vorwiegend Personen mit einem hohen Aggressionspotential. Dieser Verein, anerkannt und hoch geschätzt im ganzen Land schreibt sich ganz plakativ »WÜRDE« auf die Stirn. Und wo bleibt die Würde... Ich war sehr verwundert, als ich nach nur einem Einschulungstag gleich eine siebenköpfige Gruppe leiten musste – Messerattacke inklusive... Aber schon bald erfuhr ich, dass das hier nichts Ungewöhnliches ist. Fixieren am Boden gehört zur täglichen Routine. Deeskalation von früh bis spät. Nicht selten werden KollegInnen mit Schnitt und/oder Bisswunden, Prellungen o.Ä. ins Spital geführt; sämtliches Inventar fliegt durch die Luft ... das Haus wurde vor 5 Jahren komplett saniert und sieht jetzt aus wie eine Bruchbude... Auch ein Betreuerschlüssel (in anderen Gruppen) von 1:14 gilt als durchaus in Ordnung. Gehaltszettel – habe ich bis heute keinen bekommen. Der Verein »muss Papier sparen«. Aha. Supervision – »Ja, wenn du DAS nötig hast« Anderer Betreuerschlüssel – »Ressourcen sparen« Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die meisten, die hier tätig sind nach durchschnittlich nach einem Jahr die Flucht ergreifen – oder an Burn Out leiden. Ich für meinen Teil werde weiterhin kämpfen; dafür, dass die KlientInnen die Betreuung bekommen, die ihnen zusteht, und den BetreuerInnen die Möglichkeit gegeben wird, qualitativ hochwertig und möglichst gewaltfrei arbeiten zu können. Es ist ein steiniger und langer Weg – aber, es tut sich was. HINWEIS: LeserInnenbriefe spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider Zu allen Artikeln dieser Ausgabe |
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