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Protest | Rassismus | Geschichte | Rechtsextremismus | Links-Parteien | Nahost-Konflikt
Jänner/Februar - 2012 Abraham LeonAbraham Leon wurde 1918 in Warschau geboren. Er wurde schon als Schüler Mitglied der zionistisch-sozialistischen Hashomer Hatzair und ein Anhänger des linken zionistischen Theoretikers Ber Borochov. In Belgien lernte er 1936 die sozialistischen Bewegungen, insbesondere die trotzkistische Bewegung näher kennen. Es ist die Zeit der Schauprozesse in Moskau, wo Stalin die letzten Überlebenden der Oktoberrevolution von 1917 ausrotten ließ und viele Menschen sich angeekelt vom Kommunismus abwandten. 1940 wurde er schließlich Trotzkist. Er schrieb ein Standardwerk der sozio-ökonomischen Geschichte: Die jüdische Frage – Eine marxistische Darstellung. Da er es während der Nazi-Besetzung unter widrigsten Bedingungen verfassen musste, enthält es einige widerlegbare Behauptungen, v.a. über die mittelalterliche Ansiedlung der Juden in Osteuropa, und gilt dennoch nach wie vor als Meisterwerk. Er leitete die besonders gefährliche antifaschistische Agitation unter den deutschen Besatzungssoldaten und mobilisierte auch gegen den Militarismus Churchills. Im Juni 1944 wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er am 7. Oktober 1944 ermordet wurde. Marek EdelmanMarek Edelman war einer der bedeutendsten polnischen und jüdischen Widerstandskämpfer. Er schrieb 1945 die Geschichte des Warschauer Ghettoaufstandes von 1943 nieder, bei dem er als einer der Kommandanten mitwirkte. Zuvor leistete er als Vertreter vom »Bund« (jüdische sozialistische Organisation) einen wichtigen Beitrag zur Einigung der heftig zerstrittenen jüdischen Bewegungen. Er war Mitgründer der jüdischen Kampforganisation ZOB (aus KP, Hashomer Hatzair, Bund und der Poale Zion). Die Einigung war schwierig, weil nach dem Hitler-Stalin Pakt vom August 1939 großes Misstrauen gegenüber der Kommunistischen Partei herrschte und viele jüdische Aktivistinnen und Aktivisten von Stalins oder Hitlers Schergen verhaftet bzw. ermordet wurden. Die beiden Führer vom »Bund«, Wiktor Alter und Henryk Erlich, waren im März 1943 in sowjetischer Gefangenschaft hingerichtet worden. Dennoch kämpften Kommunisten, Zionisten und Bundisten schließlich gemeinsam gegen die Nazis. Edelman überlebte die Niederschlagung des Ghettoaufstands, tauchte in Warschau unter und kämpfte neuerlich im August 1944 mit einer Kampfgruppe des Bund im Warschauer Aufstand. Während des Solidarność-Aufstands 1981 – 1983 war er wieder aktiv und wurde dafür kurzzeitig eingesperrt. Ein von ihm 2002 ganz im Zeichen seines großen Humanismus verfasster Brief an die palästinensischen Widerstandsgruppen, der in kritischem Ton gegenüber den Strategien des Widerstands gehalten war, erzürnte die israelische Presse wegen seines solidarischen Tonfalls. Er nannte die Widerstandskämpfer in diesem Brief Partisanen. Marek Edelman starb am 2. Oktober 2009 in Warschau. von Manfred Ecker Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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