Home Zeitung & Texte Termine Links Über uns
   
Nur Titel
Aktuelle Zeitung Zeitungs-Archiv Broschüren Online-Artikel Marxistische Klassiker Demosprüche

Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12)    
       


Hugo Pepper
© APA
<< (1/4) >>
Vier Größen des antifaschistischen Widerstands sind vergangenes Jahr verstorben. Ihr Leben und ihr Engagement soll uns ein leuchtendes Beispiel im Kampf gegen Neofaschismus sein!

Hans Maršálek:



1914 in Wien geboren war Maršálek als junger Mann im Widerstand gegen den Austrofaschismus und den Nationalsozialismus tätig. Als Antifaschist wurde er 1941 von der Gestapo verhaftet und schließlich ins KZ Mauthausen deportiert, wo er sich als Lagerschreiber wiederum am Widerstand beteiligte und Leben rettete.

Maršálek überlebte das NS-Regime und befasste sich Zeit seines Lebens mit der Dokumentation und Geschichte des KZ Mauthausen und war bis zum Jahr 2000 Obmann der Lagergemeinschaft Mauthausen. Bis ins hohe Alter hatte er sich nicht nur der Aufarbeitung des NS-Regimes und des antifaschistischen Widerstands verschrieben, sondern trat aktiv gegen Rassismus und rechtsextreme Ideologie heute auf.

Hans Maršálek verstarb am 9. Dezember 2011 im Alter von 97 Jahren.

Hugo Pepper:



Der sozialdemokratische Freiheitskämpfer Hugo Pepper (geb 1920) war bereits als Mittelschüler im antifaschistischen Widerstand und wurde schon 1938 von den Nazis wegen Hochverrats angezeigt. Ab 1943, als in Brünn stationierter Wehrmachtssoldat, baute er aktiv eine militärische Widerstandsgruppe auf, die später in die 2. Befreiungsbrigade der O5 aufging.

Nach kurzer Kriegsgefangenschaft studierte Pepper und schloss sich der sozialistischen Studentenschaft an. Er war schließlich in der Erwachsenenbildung tätig – als Kabarettist, als Bildungsreferent des ÖGB und als Cheflektor des Europa-Verlages – und setzte dort sein antifaschistisches Engagement fort. Als Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer blieb er Zeit seines Lebens eine der herausragenden Persönlichkeiten des österreichischen Antifaschismus.

Hugo Pepper verstarb am 2. September 2011 im Alter von 91 Jahren.

Johnny Moser



1925 als Sohn burgenländischer Juden geboren, begann für Johnny Moser als 13-jährigem die Flucht vor dem Nazi-Regime. Nach einer Flucht durch Ungarn und einem Aufenthalt im Internierungslager überlebte er als Mitarbeiter des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg (der tausende Juden mit schwedischen Schutzpässen rettete) die Schoah.

Nach dem Krieg war er in Wien als Historiker einer der ersten, der Antisemitismus und Holocaust in Österreich thematisierte. Er war es, der das Projekt zur namentlichen Erfassung aller Opfer anstieß. Auch Moser war Mitbegründer des DÖW, in der SPÖ aktiv und sozialdemokratischer Freiheitskämpfer.

Johnny Moser starb am 23. Juli 2011 im Alter von 85 Jahren.

Alfred Ströer



Das »Arbeiterkind« Alfred Ströer, 1920 in Wien geboren, war bereits vor der NS-Herrschaft in der Gewerkschaft aktiv. Ab 1938 setzte er als Lehrling mit seiner Gruppe in der Simmeringer Maschinen- und Waggonfabrik den Widerstand – bisher gegen den Austrofaschismus gerichtet – mit Flugblattaktionen u. Ä. fort. 1939 wurde er deshalb von der Gestapo verhaftet und später zur berüchtigten Strafeinheit 999 eingezogen.

Nach Kriegsgefangenschaft engagierte er sich wieder in Wien in der Gewerkschaftsbewegung und setzte sich bis zuletzt gegen Faschismus und Rassismus ein. Er war Mitglied verschiedener Opferverbände, Publizist und sozialdemokratischer Freiheitskämpfer.

Alfred Ströer starb am 20. August 2011 im Alter von 90 Jahren.


Richtigstellung: In der Druckausgabe der Zeitung ist der Linkswende-Redaktion ein Fehler unterlaufen. Die Bilder von Johnny Moser und Alfred Ströer wurden vertauscht. In der Online-Ausgabe wurde der Fehler korrigiert, und die Bilder sind dort dem richtigen Namen zugeordnet.


Weiterführende Artikel:
  • Widerstandskämpfer Franz Petrei
    Wenn man Österreich und Nationalsozialismus hört, so denkt man zuerst an Kollaboration, Mitschuld und anschließendes Totschweigen. So zahlreich und bedauernswert dieses Verhalten bei viel zu…

  • Marek Edelman und Abraham Leon
    Marek Edelman war einer der bedeutendsten polnischen und jüdischen Widerstandskämpfer. Er schrieb 1945 die Geschichte des Warschauer Ghettoaufstandes von 1943 nieder, bei dem er als einer der…

  • Wehrmachtsdeserteure: Was hat Strache gegen Kameradenmörder?
    Mitte September wettert Strache über Deserteure aus Hitlers Wehrmacht als »Menschen, die eigene Kameraden und Soldaten vielleicht teilweise auch erschossen und umgebracht haben«. Er ist – 65…

  • Widerstand im Nationalsozialismus
    Der Widerstand, an der Zahl der aktiven Personen gemessen, wurde hauptsächlich von der Linken, darunter wieder mehrheitlich von den KommunistInnen getragen. Von Seiten der Herrschenden wird – da…



Zu allen Artikeln dieser Ausgabe

       




Sende deinen Kommentar zu diesem Artikel an die Redaktion
 
Name (optional)
Email (optional)
Kommentar

Diese Seite ist KEIN Forum: Kommentare werden NICHT automatisch online gestellt. Sie werden an die Redaktion weitergeleitet und gegebenenfalls in der Printausgabe der Zeitung als LeserInnenbrief bzw. online veröffentlicht. Gebt ihr hier Namen und E-Mail Adresse an, werden wir euch in diesem Fall kontaktieren, ob wir euren Namen verwenden dürfen. Ansonsten - wie auch bei Kommentaren ohne Absender - kann der Text anonym veröffentlicht werden












Impressum linkswende@linkswende.org
0650/45 22 473