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Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12)    
       


Der Wiener Korporationsring (WKR) ist der Dachverband der schlagenden deutschnationalen Studentenverbindungen Wiens. Für die FPÖ sind die Korporationen ideologisches und personelles Rückgrat. Während ihre Mitglieder zahlenmäßig eine absolute Minderheit darstellen, ist der Einfluss der selbsternannten Elite innerhalb der »Partei des kleinen Mannes« überragend.

In Wien stellen die Korporierten laut Hans-Henning Scharsach den »Wiener Landesparteivorsitzenden, den Klubobmann, einen Landtagspräsidenten und die Hälfte des Wiener Gemeinderatklubs der FPÖ. Im Nationalrat ist das ein Drittel. Aber an die 80% der Mitarbeiter im Nationalrat gehören den Korporierten an.« Dort sind sie etwa im Büro des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf tätig, der selbst aus der berüchtigten Olympia stammt. Diese wurde 1961 aufgrund ihrer Verstrickung in den Südtirol-Terror (z.B. durch Mitglied Norbert Burger) aufgelöst und konstituierte sich 1973 wieder. Ihre Mitglieder organisieren Veranstaltungen mit Holocaust-Leugnern und setzen sich für eine Abschaffung des Verbotsgesetzes ein.

Außerdem üben die Korporationen eine Scharnierfunktion im rechtsextremen Milieu aus und bieten ein Rückzugsgebiet für mit dem Gesetz in Konflikt geratene Neonazis. So bot etwa die Grenzlandmannschaft Cimbria VAPO-Mitgliedern wie Felix Budin Zuflucht, nachdem die VAPO verboten wurde. Nachdem unter Jörg Haider der Einfluss der Burschenschafter sank, sind sie mit Heinz-Christian Strache (selbst Mitglied bei der schlagenden Verbindung Vandalia) im Aufwind. So konnte zum Beispiel das Bekenntnis zur »deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft« wieder in das Parteiprogramm der FPÖ reklamiert werden.

In die Schlagzeilen kommt der WKR jedes Jahr zum einen durch seinen Ball, der das gesellschaftliche Rahmenereignis für ein internationales Vernetzungstreffen Rechtsextremer bildet. Gäste sind dort Liedermacher wie Frank Rennicke, Michael Müller und Jörg Hähnel, sowie Holocaust-Relativierer, Islamfeinde, Rechtsextreme und Neofaschisten. Zum anderen sorgen sie jährlich aufgrund des »Totengedenkens« auf dem Heldenplatz am 8. Mai für Aufsehen, bei dem die Niederlage des Dritten Reichs betrauert wird.

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