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Österreich | Rassismus | Rechtsextremismus | Islam | England

Jänner/Februar - 2012    
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Demonstration in Floridsdorf am 18. Juni 2010 gegen die Kundgebung einer islamfeindlichen Bürgerinitiative und den Auftritt von Strache
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Hass auf Muslime ist das zentrale Element der rechtsradikalen und neofaschistischen Organisationen und Parteien in Westeuropa. Sogenannte »Islamkritiker« geraten mit ihren geschmacklosen Äußerungen gegenüber Muslimen in Gefahr, sich in diesen gefährlichen Gewässern mit Neonazis in einem Boot wiederzufinden, meint Daniel Harrasser.

Der Terror und das Massaker durch Anders Behring Breivik in Norwegen und die rassistische Mordserie in Deutschland sind Resultate einer jahrelangen Kampagne gegen Muslime. Gerade die Islamfeindlichkeit, die sich in liberalen Kreisen gern hinter »Religionskritik« versteckt, ist europaweit zum ideologischen Kitt der extremen Rechten geworden.

Kürzlich wurde eine Umfrage der britischen Denkfabrik »Demos« veröffentlicht, die sich mit den Beweggründen der Unterstützung neofaschistischer und rechtsextremer Parteien und Organisationen befasst. An der Umfrage beteiligten sich Anhänger des Bloc Identitaire und der Front National in Frankreich, der British National Party und der English Defence League in Großbritannien, der CasaPound und Lega Nord in Italien, der Dänischen Volkspartei, der Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders in den Niederlanden, der Fortschrittspartei in Norwegen, der Schwedendemokraten, der Wahren Finnen, des belgischen Vlaams Belang und der FPÖ. Mit 2.300 Fragebögen stellen die FPÖ-Unterstützer die größte Gruppe der Studie.

Das Ergebnis ist bezeichnend: Gemeinsamer Nenner sei eine Anti-Ausländer-Stimmung unter den Befragten – und vor allem Hass gegenüber Muslimen. »Genau wie Antisemitismus der einende Faktor der rechten Parteien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, so ist Islamhass der verbindende Faktor von heute«, so Thomas Klau vom European Council on Foreign Relations.

Was alle diese Gruppierungen eint, ist ein aggressiver Kulturrassismus gegen »den« Islam und »die« Muslime. Breivik bezog sich in seinem Manifest mehrfach dezidiert auf die FPÖ – er lobte sie darin als vorbildliche Organisation im Kampf gegen eine »muslimische Invasion« und bedankte sich bei seinen »Brüdern und Schwestern in Österreich«.

Vor allem hat die zunehmende Islamfeindlichkeit ein vermeintlich neues Phänomen auf der politischen Bildfläche erscheinen lassen: die sogenannten »Rechtspopulisten«. Breivik selbst war Mitglied einer solchen Formation: Zehn Jahre lang engagierte er sich in der norwegischen Fortschrittspartei. Später wandte er sich von ihr ab, weil ihm die Parteifreunde ineffizient und nicht radikal genug erschienen. Er sehnte sich nach einem Ableger der islamfeindlichen English Defence League in Norwegen.

Aus Aussagen von Vertretern rechtsextremer bis neofaschistischer Organisationen geht unmissverständlich hervor, dass das Feindbild der Ultrarechten in Westeuropa heute Muslime sind.

Breivik spricht in seinem Manifest von einem »demographischen Dschihad«, den man bekämpfen müsse. Geert Wilders verglich vor einiger Zeit den Koran mit Hitlers »Mein Kampf«. Elisabeth Sabaditsch-Wolff von der FPÖ wurde kürzlich wegen Verhetzung verurteilt. Sie hatte während eines Vortrags an der FP-Parteiakademie den Propheten Mohammed als »Kinderschänder« bezeichnet. Weiters: »Der Islam ist feindselig.« »Der Koran ist böse.« »Die Muslime wollen Krieg, sie hassen uns.« Sieht man sich im sozialen Netzwerk Facebook die Freundesliste der FP-Politikerin Susanne Winter an, findet man eindeutig als Neonazis identifizierbare Personen, die Aussagen tätigen wie »Moschee: Bitte die Notdurft hier verrichten«, Bilder von Kreuzrittern mit dem Schriftzug »Wir kommen wieder, Islam: Bereite dich auf die Hölle vor, Mohammed!« und ähnlich Brechreizendes. In Neonazi-Foren findet man Aussagen wie »Der Islam ist ein tödlicher Virus – eine Seuche. Wir müssen ihn an der Wurzel packen und zerstampfen.« Hier wird direkt zur Gewalt gegen Muslime aufgerufen.

Wie gefährlich Islamfeindlichkeit sein kann, zeigt ein österreichischer Vorfall am eindringlichsten: In der Nacht des 12. Februar 2009 schmierten unbekannte Täter Folgendes an die Wände des KZ Mauthausen: »Was unseren Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut! Seid auf der Hut! 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug«.

Die heute so weit verbreitete »Islamkritik« ist gefährlich. Wollen liberale »Islamkritiker« sich wirklich in dieses Fahrwasser begeben?

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