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Jänner/Februar - 2012 (Do. 12.01.12)    
       



Leo K`s Musiktipps



Dieser »historische« Tipp beschäftigt sich mit einer der einflussreichsten und zugleich untypischsten Motown-Veröffentlichungen aller Zeiten. Marvin Gaye hatte sich in den 1960er Jahren bereits einen Namen als Hit-Lieferant gemacht (z.B. »I heard It through the Grapevine«). 1971 hatte Gaye von der Rolle des »romantischen« Sängers genug: Aufgewühlt durch die Berichte seines Bruders Frankie, der gerade aus dem Vietnam-Krieg zurückgekehrt war und den frühen Tod seiner Duettpartnerin Tammi Terrell (»Ain’t no mountain high enough«) schrieb er Songs für ein außergewöhliches Album, das sich aufgrund der Arrangements (Verwendung von Elementen aus Soul, Jazz und Klassik) sowie der Texte zu den Themen Umweltschutz, politische Korruption, Drogenmissbrauch und Vietnamkrieg von allen bisherigen Motown-Produktionen unterschied. Die Plattenfirma weigerte sich zunächst das Album zu veröffentlichen, da das Material als zu kritisch und wenig erfolgversprechend angesehen wurde. Erst als Gaye damit drohte, nie wieder für Motown zu singen, wurde ihm die künstlerische Freiheit eingeräumt die Platte nach seinem Geschmack zu produzieren. Es enstand ein in sich geschlossenes Werk, dessen Songs ohne Pause ineinander übergehen. Der Titelsong, »Mercy Mercy Me« und »Inner City Blues« wurden Welthits und oftmals gecoverte Kult-Stücke des Genres. Gaye selbst konnte diesen Erfolg nie mehr wiederholen. Er schaffte zwar 1982 ein Comeback mit dem Hit »Sexual Healing«, verstarb jedoch 1984, nachdem er von seinem Vater im Verlauf eines Streits angeschossen worden war.

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