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40 Prozent Stellenabbau an der Akademie der Wissenschaften

Di. 20.12.11    
       


Protestveranstaltung der Akademie der Wissenschaften gegen den geplanten Stellenabbau
© Linkswende

Bis zu 300 der derzeit 789 Vollzeit-Arbeitsplätze an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sollen abgebaut oder an Universitäten verlagert werden, wo ihr Fortbestand über den nächsten Dreijahresplan hinaus völlig offen bliebe. Ganzen Instituten droht die Schließung, außer Kürzen ist kein Konzept erkennbar, berichtet Jakob Steixner.

All das wurde Mitte November völlig intransparent und über die Köpfe der dort beschäftigten Wissenschafterinnen und Wissenschafter hinweg zwischen dem Präsidium der ÖAW und Bundesminister Töchterle vereinbart (das Ganze nennt sich »Leistungsvereinbarung«). Doch dagegen formierte sich Widerstand. Die Angestellten gründeten die Plattform »SOS ÖAW«, sammelten online Unterschriften gegen den Kahlschlag in der Grundlagenforschung und veranstalteten am 19.12. zeitgleich in Wien und Graz eine Kundgebung. Die Wiener Kundgebung war betont kompromissbereit angelegt, neben Sprecherinnen und Sprechern der Plattform und des Betriebsrats waren auch das Ministerium und das Präsidium der ÖAW auf das Podium geladen, deren Reden aber nicht ohne Buhrufe blieben. Auch der allzu kompromissbereite Betriebsratssprecher bekam eher anstandshalber Applaus, während Monika Mokre, Sprecherin der Plattform SOS-ÖAW, begeisterte Unterstützung fand wenn sie etwa den Sparzwang grundsätzlich in Frage stellte und die Summe von zehn Millionen Euro, die der ÖAW in den nächsten Jahren fehlen werden, mit den Bankenrettungspaketen und Euroschutzschirmen verglich. Das Bewusstsein dafür, dass man sich erfolgreich nur gemeinsam mit anderen Angegriffenen wehren kann, ist weit verbreitet, wie an den zahlreichen Solidaritätsbekundungen mit dem Personal am AKH zu erkennen war. Als erstes Ergebnis soll noch diese Woche ein runder Tisch stattfinden, bei dem erstmals auch die Plattform »SOS ÖAW« mit den Verantwortlichen für die Leistungsvereinbarung reden »darf«. Wenn man nach der Stimmung bei der Kundgebung gehen darf, werden die Wissenschafter und Wissenschafterinnen der ÖAW im neuen Jahr sicher weiter um ihre Arbeitsplätze und ihr Mitbestimmungsrecht kämpfen, sollte es dabei, wie zu erwarten, zu keinen greifbaren Ergebnissen kommt.

Seite der Plattform:
www.sos-oeaw.org

Link zur Online-Petition:
openpetition.de/petition/online/bedrohung-des-forschungsstandortes-oesterreich

       




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