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Österreich | Protest | Soziales | Bildung

Hunderte Studierende bei Demo gegen Abschaffung des Studiengangs Internationale Entwicklung


   
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Das Rektorat der Uni Wien hat entschieden, das Bachelorstudium Internationale Entwicklung (IE) im Wintersemester 2012 zu streichen. Dies obwohl das Studium bei den fast 3.000 Studierenden sehr beliebt ist und im deutschsprachigen Raum einzigartig ist. Am Donnerstag, 15.12.2011 demonstrierten deswegen hunderte Studierende gegen die Abschaffung des Bachelorstudiums IE. Gefordert wird ein institutionalisiertes, ausfinanziertes und qualitätsvolles Bachelor- und Masterstudium ohne Zugangsbeschränkungen.

Nach den vielen Protesten der IE in den letzten Semestern (Aktionstag mit Ausfall des Lehrbetriebs, Stürmung des »Bachelor-Days«, Protestfrühstücke vor dem Rektorat) zeigten die Studierenden einmal mehr, dass sie nicht bereit sind, ihr Studium aufzugeben. Beeindruckend war, wie stark die Protestbewegung von Studierenden im ersten Semester getragen wurde, die, erst vor wenigen Wochen angekommen, nun schon um ihr Studium kämpfen müssen. Gekommen sind aber auch viele, die nicht IE studieren und sich solidarisierten. Nach der Demonstration wurden noch einige Gäste der Weihnachtsfeier des Rektorats auf die Streichung der IE aufmerksam gemacht sowie der Hörsaal C1 in einer abendlichen Warnbesetzung eingenommen. Dementsprechend kann sich Heinz Engl, Rektor der Uni Wien, auf weitere Proteste Anfang des Jahres 2012 einstellen.

Weitere Informationen



Forderungskatalog der IE-Studierenden:
ie.bagru.at/iewiki/index.php/AG_Forderungen#
Forderungen_in_Bezug_auf_den_Studiengang_Internationale_Entwicklung

Facebook-Seite der Bagru IE:
www.facebook.com/profile.php?id=100002176389831&sk=wall

Fotos der Demo von Daniel Weber:
www.flickr.com/photos/daniel-weber/sets/72157628433186831/

ÖH unterstützt IE-Proteste:
www.oeh.ac.at/blog/oeh-untersuetzt-demoaufruf-des-widerstandsplenums-internationale-entwicklung/#/blog/oeh-unterstuetzt-widerstand-gegen-abschaffung-des-bachelors-internationale-entwicklung/



Linkswende-Flugblatt für die Demonstration: »Vereint den Widerstand«:



Solidarität für Internationale Entwicklung



Die Studierenden der Internationalen Entwicklung kämpfen schon seit langem für ein vollständiges und ausfinanziertes Studium. Alle Studierende sollten die IE dabei unterstützen. Zum einen betrifft es alle, wenn die Wünsche von Studierenden ignoriert werden. Zum anderen braucht die IE die Unterstützung von anderen um genügend Druck aufzubauen.

Auf der Uni regt sich Widerstand


  • Am AKH-Wien protestieren Personal und Studierende der Med-Uni gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und den Sparzwang im Gesundheitsbereich. (siehe Petition)
  • Derzeit scheint die SPÖ in der Studiengebührenfrage umzufallen. Auch die Rektoren drohen mit der selbstständigen Einhebung. Gegen die neuerliche Einführung von Studiengebühren mobilisiert ein Aktionsbündnis.
  • Der universitäre Studiengang an der Modeschule Hetzendorf soll ebenso wie die IE abgeschafft werden. Studierende gründeten die Initiative »Hetzendorf brennt«
  • An der Uni Wien treten Studierende außerdem für einen dritten Prüfungantritt in den Studieneingangsphasen ein.
  • Am Mo, 12.12. forderten Studierende des Diplomstudiums Politikwissenschaft die Verlängerung der Diplomfristen mit einem Sit-In vor dem Senatssaal.

Vereint den Widerstand



Die Studierenden der Internationalen Entwicklung eint vieles mit den anderen Initiativen:
  • Die Bankenrettungsschirme und Konjunkturpakete gegen die Krise trieben die Staatsschulden in die Höhe. Dafür will die Regierung jetzt bei Bildung, Gesundheit und im Sozialsystem sparen.
  • Durch den Sparzwang und die permanente Unterfinanzierung der Unis bleibt für qualitätsvolle und kritische Bildung weder Zeit noch Geld. Die Abhängigkeit von Drittmittelfinanzierung verstärkt die Orientierung auf die Verwertbarkeit von Bildung.
  • Über die Anliegen der Studierenden und des Lehrpersonals fahren Rektorate und Politiker drüber. Demokratische Mitbestimmung ist an der Uni nicht mehr möglich.

Gemeinsam sind wir stärker



Wir sollten den Widerstand koordinieren und die Kämpfe zusammenführen. Dazu brauchen wir Unterstützung für die partikularen Anliegen der Initiativen und gemeinsame Forderungen, hinter denen sich alle vereinen können. Eine Diskussion darüber wollen wir am nächsten Öffentlichen Gruppentreffen führen: Bilanz der Bildungspolitik im Jahr 2011 – Was bringt das Jahr 2012?

Di, 20.12.2011 um 19:00 am Powi-Institut im 2.Stock im NIG (Universitätsstraße 7)

Nachrichten über den Protest ab 10:20 min




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