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Dezember - 2011 (Di. 06.12.11) Protestfrühstück vor dem Rektorat der uni Wien © cg (politics.blogspot.com)
Der Bachelorstudiengang »Internationale Entwicklung« (IE) steht vor dem Aus. Widerstand gegen die Entscheidung des Rektorats ist aber schon in vollem Gang, berichtet Judith Litschauer.
Vom Rektorat der Uni Wien wird eine »Zuckerbrot und Peitsche«-Strategie gefahren. Erst letztes Jahr erkämpften sich Studierende endlich mehr (wenn auch nicht genügend) Ressourcen. Doch dann wurde wieder vertröstet und das für dieses Jahr geplante Master-Studium um ein Jahr verschoben. Nun platzte die Bombe: Rektorat und vier der fünf beteiligten Dekanate wollen die Abschaffung des IE-Bachelors durchsetzen. Dafür soll es einen englischsprachigen Master geben. Bei diesem kann laut Gesetz der Zugang beschränkt werden. Von der kritischen, vielfältigen und transdisziplinären IE würde nichts übrig bleiben als ein elitärer, an wirtschaftliche Verwertbarkeit ausgerichteter und unkritischer Studiengang. Eine gut besuchte HörerInnenversammlung Mitte November war der Startschuss des neuerlichen Protests. Die Studierenden sind entschlossen, sich das Aushungern bis zum Tode nicht gefallen zu lassen. »Insbesondere getragen von Erstsemestrigen entstehen laufend neue kreative Ideen: Protestfrühstücke vor dem Rektorat oder IE-Wunschzettel, passend zur vorweihnachtlichen Zeit. Darüber hinaus ist ein Aktionstag angedacht.«, erzählt Lukas Renz, Erstsemestriger an der IE. Sie fordern die Institutionalisierung und vollständige Ausfinanzierung der IE mit Bachelor, Master und Phd. Der Widerstand an der IE zeigt: Rektorat und Studierende sind keine Verbündeten im Kampf für bessere Bildung und eine ausreichende Finanzierung der Unis. »Bisher reagierte Rektor Engl nicht auf unsere Ersuche nach einem Gespräch«, so Lukas. Dies ist eine reine Hinhalte-Taktik, um dem Protest den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wenn Rektoren der Regierung drohen, um mehr Geld zu bekommen bleibt es nicht bei leeren Drohungen. Im Kampf um mehr Uni-Budget kündigte Heinz Engl, neuer Rektor der Uni Wien, im Sommer an, notfalls Studienrichtungen zu streichen. Die Leidtragenden in diesem Spiel sind die Studierenden und Lehrenden – dies zeigt die akut betroffene IE. Lukas stellt klar: »Wir müssen weiter gegen die ungerechte Behandlung protestieren, andere Studierende mobilisieren und für unser Recht auf einen IE-Bachelor aufstehen. Aber unsere Forderungen gehen weiter: Der Bildungssektor ist zu lange vernachlässigt worden und weitere Kürzungen drohen. Davon ist nicht nur die IE betroffen. Es ist für uns alle an der Zeit gegen die Unterfinanzierung des Bildungssektors aktiv zu werden.« Weiterführender Artikel:
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