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Oktober - 2011 (Di. 11.10.11)    
       


© www.fwf.ac.at (Marc Seumenicht)

»Ich lasse nicht locker«, droht Wissenschaftsminister Töchterle und setzt die studierenden-feindliche Politik fort. Vehement fordert er Studiengebühren. Dabei ist er um kein fadenscheiniges Argument verlegen: Studiengebühren sollen »die Verbindlichkeit des Studierens erhöhen«. Die Verbindlichkeit, dass Studierende arbeiten müssen, um Geld zu verdienen, ignoriert er. Ein Beitragserlass ist für berufstätige Studierende in seinem Entwurf nicht vorgesehen. Damit Studierende ja Gebühren bezahlen, diskutiert Töchterle sogar die Möglichkeit eines Studienkredits, der nach dem Studium fällig wird. Als Töchterle mit fixem Ministerposten sagt es sich leicht, dass man nach dem Studium halt Schulden »zwischen 3.000 und 5.000 Euro« hat.

Obwohl er meint, »dieses Aufzählen, Messen und Vergleichen von ECTS-Punkten [Äquivalent zu früheren Semesterwochenstunden] ist schrecklich«, gibt es seit diesem Semester die neue Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP), die genau dies bewirkt und Studierenden ein Studium verunmöglicht. Mit dem Vorschlag der Volksbefragung führt Töchterle eine Neiddebatte und schürt Vorurteile gegen Studierende anstatt ihre soziale Lage zu verbessern. Und: Das Prinzip, dass eine Mehrheit über eine Minderheit abstimmen soll, kennen wir ja aus Kärnten.

Auch sieht Töchterle die »Begrenzungen der Studienplätze« als »ein Naturgesetz«. Aber: Zugangsbeschränkungen sind ebenso wenig ein Naturgesetz wie die Unterfinanzierung und zu niedrige Kapazitäten. Da hat Kurt Grünewald recht: »Er [Töchterle] hat ein äußerst fokussiertes Röhrensehen und wäre aufgefordert, einmal die Scheuklappen abzunehmen!«

Es geht Töchterle nicht ernsthaft ums Geld, sonst hielte er nicht an dem Uni-Voranmelde-Debakel fest, das sinnlos eine halbe Million Euro gefressen hat. Sogar Rektor Hans Sünkel bezeichnete das Voranmeldesystem als »zahnlosen Tiger«. Stellt sich nur mehr die Frage: Warum brauchen Sünkel und Töchterle einen Tiger? Um auf die Studierenden loszugehen? Oder um sich gegen kommende Protest zu wappnen!



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