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Rassismus | Rechtsextremismus | Islam

Islamfeindlichkeit der Herrschenden hat Weg für Terrorattacken geebnet


   
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Schwarz und Weiss vereinigen sich am "Blumen Marsch" in Norwegen nach den Attacken von Breivik
© IS Norwegen

Randi Faerevik und Tim Robinson sind norwegische Sozialisten und Gewerkschafter und sprechen über den Kampf gegen die Rechten.

Die brutalen Anschläge, die Anders Behring Breivik letzten Monat in Norwegen verübte, folgten einer umfassenden Suche nach Sündenböcken und Hetze gegen Musliminnen und Muslime.

Islamfeindliche Ideen der etablierten Politik



Randi, eine Arbeiterin im öffentlichen Dienst in Norwegens Hauptstadt Oslo, erklärt das folgendermaßen: »Die Leute da oben an der Spitze haben diesen Angriff möglich gemacht. Die Behauptung, dass Muslime gesellschaftliche Probleme verursachen, gehört mittlerweile schon zum Mainstream. Das hat faschistischen und islamfeindlichen Ideen Auftrieb gegeben – die rechte Fortschrittspartei erhielt bei den Wahlen 2009 23 Prozent.«

Die weitverbreitete Akzeptanz von Islamfeindlichkeit hat in Norwegen viele verärgert. Tim sagte: »Die erste Reaktion auf die Morde war Schock, doch dann kam Zorn. Die Attacken waren das Werk eines Mannes. Doch die Ideen, die ihn inspirierten, waren nicht die Ideen eines einzigen Mannes. Hass, Spaltung und Rassismus gegenüber Muslimen und Zuwanderern sind ein sehr gefährliches Element in der etablierten Politik in ganz Westeuropa.«

Angriff auf die Lohnabhängigen



Norwegen hat eine ganz andere kulturelle Struktur als Großbritannien. Anfangs wurde die Einwanderung begrenzt, doch dies begann sich in den letzten 20 Jahren zu ändern. Viele Menschen sind dafür dankbar.

Randi versucht Norwegens Gesellschaft zu beschreiben. »Es ist Nichts im Vergleich zu East-London. Doch es gibt hier ganze Lebensbereiche, die vollständig multikulturell sind.«, meint sie. »Meine Gewerkschaft, die größte öffentliche Gewerkschaft, hat Mitglieder aus der ganzen Welt. Die Opfer des Massakers haben eine unterschiedliche kulturelle Herkunft. Es ist die Vielfältigkeit, die attackiert wird«.

Multikulturalismus verteidigen



Tim stimmt zu: »Norwegen hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Wir können heute von einer echt multikulturellen Gesellschaft sprechen. Doch das ist etwas, wofür wir kämpfen und was wir verteidigen müssen.«

Er sagt, dass Breiviks Attacke weitreichende Fragen aufgeworfen hat. »Wir müssen uns fragen, ob wir Multikulturalismus als etwas Gutes oder etwas Schlechtes sehen. Wir müssen unmissverständlich antworten, dass es eine gute Sache ist. Multikulturalismus und Zuwanderung sind nicht das Problem. Das Problem ist Rassismus und Islamfeindlichkeit«.

Rassismus und Islamfeindlichkeit bekämpfen



Nicht jeder sieht das so klar. »Manche Linke waren ideologisch schwach und unfähig, sich den Angriffen frontal entgegenzustellen«, sagte Randi.

Doch die Dinge beginnen sich zu ändern. Erst kürzlich hat die Linke genug Menschen für die Blockade eines faschistischen Marsches durch Oslo mobilisieren können. Gewerkschafter sprechen den Zorn und die Frustration der gewöhnlichen Menschen aus.«

Tim sagt: »Wir sind in den Gewerkschaften aktiv – dort versuchen wir uns zu organisieren und die Ereignisse, die wie gesehen haben, zu politisieren. Rassistische Ideen müssen bekämpft werden. Die Oslo TUC wird jetzt gegen Islamfeindlichkeit aktiv. Wir brauchen große Mobilisierungen in Norwegen; nicht nur gegen rechte Extremisten und Terror, sondern auch für was wir in der Arbeiterbewegung stehen. Wir haben eine große Demonstration für Solidarität und Multikulturalismus in Aussicht. Die Attentate sind Attacken gegen die Demokratie und gegen die Arbeiterklasse«.

Originalartikel:
www.socialistworker.co.uk/art.php?id=25593
Übersetzt von Linkswende


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