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Österreich | Rassismus | Krieg | Homosexualität

Mai - 2011    
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© Mikhail Evstafiev

Der Spindelegger ist schon ein großer Bub und kommt viel in der Welt herum. Das hat jeder gesehen, als er neben seiner Kollegin Hillary Clinton stehen durfte und es selbst kaum fassen konnte. Er wurde sogar für Österreichs Engagement am Balkan gelobt. Und da er schon so erwachsen ist, weiß er auch, dass Österreich Pflichten in der Welt hat. Am Balkan ist es z.B. nicht mehr so spannend wie im Libanon, wo er vom Kommandanten Asarta gefragt wurde: »Wann kommt ihr endlich?« Da hätte Michi am liebsten auf der Stelle 120 Soldaten hingeschickt, wenn Darabos nicht so ein Spielverderber gewesen wäre. Aber vielleicht geht es ja bei Libyen und den Battlegroups schneller, »wenn es um humanitäre Fragen geht« und »wir wieder mit unglaublichen Flüchtlingswellen zu rechnen haben«.

Aber seine Erfahrung als Außenminister hilft ihm auch im Inland, um z.B. zwischen aus- und inländischen Familien zu unterscheiden. »Ausländerfamilien« haben »traditionell viele Kinder« und »schlechte Einkommensverhältnisse«, was eine Erhöhung der Familienbeihilfe »zu breit und damit zu teuer« machen würde. Also haben inländische Familien viel Einkommen und wenig Kinder? Oder viel Kinder und viel Einkommen? Vielleicht sind das aber auch bloß jene (zukünftige) Familien, von denen die ÖVP glaubt, gewählt zu werden und denen Spindelegger den Anblick von homosexuellen Paaren am Standesamt ersparen will. Zitat: »Es ist ja so, dass am Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gerne geheiratet wird – das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren. Ob das so gut ist, sei dahingestellt.« 1

Es soll aber niemand glauben, dass Michi nichts für ausländische Familien übrig hätte. Ganz im Gegenteil, ist er doch für »eine Veränderung in der Richtung, dass Familien, die abgeschoben werden, mit einer sensibleren Haltung, auch im Vollzug, rechnen können«. Dazu hat er sich extra Johanna Mikl-Leitner aus Niederösterreich als neue Innenministerin kommen lassen, die Liese Prokop ganz toll findet. Ex-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ist jetzt Justizministerin – kann nicht so schwierig sein, wenn Bandion-Ortner das zwei Jahre lang geschafft hat.

Spindeleggers Vorbilder sind Robert Lichal und Alois Mock. Vizekanzler und Außenminister ist er bereits, und wenn er einmal groß ist, vielleicht wird er dann sogar Kanzler. Wenn Strache mitspielt.

Quellen:

1) news.orf.at/stories/2053098/2052893/


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