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Imperialismus | Geschichte | USA | Revolution | Afrika | Nahost-Konflikt | England
April - 2011 Im Sykes-Picot abkommen von 1916 wurde die Region in Einflusssphären aufgeteil Seit dem Ersten Weltkrieg beherrscht eine unheilige Allianz aus korrupten westlichen und lokalen Mächtigen den Nahen Osten. Tom D. Allahyari beschreibt die Geburtsstunde der Länder, die heute in Revolte aufstehen. Im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 war die unglaubliche strategische Bedeutung des Erdöls klar geworden. Der ehemalige Vizekönig von Indien, Lord Curzon, sagte nach dem Krieg: »Die alliierte Sache ist auf einer Woge von Öl zum Sieg geschwommen.« Abgesehen von den US-amerikanischen Ölfeldern, die langsam ihre beherrschende Stellung verloren, gab es aber nur die bekannten Quellen im Iran, die das Britische Empire über die Persian Oil Company ausbeutete sowie die Ölfelder in Aserbaidschan, die allerdings im Zuge der russischen Revolution unter die Kontrolle der Bolschewiki gekommen waren. Weiteres Öl erwartete man im – vor allem kurdisch besiedelten – Gebiet von Mossul, im heutigen Irak und später auf der arabischen Halbinsel zu finden – beide Regionen waren Teile des Osmanischen Reichs. Grenzziehungen auf dem ReißbrettSchon vor dem Ende des Ersten Weltkriegs begannen die Siegermächte damit, das riesige Osmanische Reich, das vom Balkan bis nach Ägypten und zur arabischen Halbinsel reichte, unter sich aufzuteilen. Die Grenzziehungen wurden entsprechend den britischen bzw. französischen strategischen Bedürfnissen am Reißbrett gezogen und scherten sich kaum um Volkszugehörigkeiten. Schlussendlich entstanden aus dem ehemaligen Osmanischen Reich die Staaten Libanon, Israel, Syrien, Jordanien, Irak und Saudi-Arabien. 1916 trat das Sykes-Picot-Geheimabkommen in Kraft. Mit dem Lineal zogen britische und französische Diplomaten die Grenzen der Einflussgebiete. Die britischen Versprechungen dem Scherifen vom Mekka, Hussein Ibn Ali gegenüber, er sollte zum Dank für seinen Kampf gegen die Osmanen, König eines vereinigten Arabiens werden, waren plötzlich vergessen. Die Briten sollten Ägypten, den Sudan und den Irak kontrollieren, die Franzosen Syrien, Libanon, Teile der südlichen Türkei – und Mossul. Doch wenig später besetzten die Briten trotzdem die wichtige Öl-Region, die so zu einem Teil des Irak wurde. Den Kurden wurde ein Staat verweigert. Palästina, zuerst internationalisiert, sollte bald unter britische Herrschaft geraten. Später wurden auch Italien und Russland in die Geheimverträge integriert. Doch die revolutionäre Regierung in Russland veröffentlichte boshafterweise die kolonialistischen Geheimpläne und war somit aus dem Spiel. Strategische Interessen des britischen Empire standen auch hinter der berühmten Balfour-Erklärung von 1917, in der den Juden eine nationale Heimat in Palästina versprochen wurde. Gleichzeitig mit der territorialen Aufteilung wurden zwischen den imperialistischen Mächten in verschiedenen heiß umkämpften Verträgen die Aufteilung der Förderrechte, der Öleinnahmen usw. vereinbart. Verhandlungen ohne BetroffeneNach 1920 begann der neu gegründete Völkerbund Mandate zu vergeben. Entlarvend ist besonders Artikel 22 der Völkerbundsatzung. Dort heißt es: » […] Das Wohlergehen und die Entwicklung dieser Völker bilden eine heilige Aufgabe der Zivilisation […] . Der beste Weg, diesen Grundsatz zu verwirklichen, ist die Übertragung der Vormundschaft über diese Völker an die fortgeschrittenen Nationen […]«. Bei der Konferenz von San Remo 1920 kam Mossul endgültig unter britische Kontrolle, während im Nebenraum die Vertreter der Anglo-Persian Oil Company und Shell über die Erschließung der Ölfelder verhandelten. 1921 rief Churchill zur Kairoer Konferenz, bei welcher beschlossen wurde, den Haschemiten Faisal aus Mekka auf den Thron des Irak zu setzen – als »beste und billigste Lösung«. Gegen den aufgezwungenen Regenten kam es in dem Vielvölkerstaat zu zahlreichen Aufständen: 1922 wurde etwa ein Kurdenaufstand von der Royal Airforce niedergebombt. Red Line1928 wurde in Belgien das berühmte »Red Line«-Abkommen getroffen. Der Ölmagnat Calouste Gulbenkian zog der Legende nach mit einem Rotstift eine Linie um das ehemalige Osmanische Reich (Kuwait, wo die Amerikaner ihre Ölinteressen verfolgten, blieb ausgespart). In diesem Gebiet durften die westlichen Ölkonzerne nur gemeinsam mit der Iraq Petroleum Company arbeiten. Bald floss irakisches Öl durch eine Pipeline zur Shell-Raffinerie in Haifa. Briten und Amerikaner stürzten sich nun auf die arabische Halbinsel und förderten einen besonders brutalen Despoten, den Wahabiten Ibn Saud. Die USA und ihre Ölkonzerne konnten sich hier spätesten in den 1930er Jahren durchsetzen. Eine besondere Freundschaft, die bis heute hält, war geboren. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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