link
Linkswende Logo
Logo Untertitel
         
Nur Titel
Österreich | Staatsgewalt | Geschichte | Links-Parteien

März - 2011    
  eMail
"Folterskandal" 2004: Präsenzdiener erlebten unglaubliche Demütigungen in der Freistädter Tilly-Kaserne.
© Röbel

Die Wehrpflicht ist ein Albtraum für tausende junge Männer und ihre Familien und gehört abgeschafft. Eine Berufsarmee, wie sie als Ersatz für die Wehrpflicht eingeführt werden soll, ist aber noch deutlicher abzulehnen.

Verfechterin der Wehrpflicht



Die österreichische Sozialdemokratie war seit der Wiedereinführung einer österreichischen Armee 1955 immer Verfechterin der Wehrpflicht, und zwar um keine Berufsarmee entstehen zu lassen. Eine Berufsarmee lässt sich viel einfacher als eine Armee mit vielen Arbeitersöhnen gegen aufständische Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzen, wie es 1934 geschah. Zwar haben die Aufstände im Nahen Osten noch nicht auf andere Regionen wie Europa übergegriffen, aber griechische Zustände sind bald überall möglich. In der Diskussion um die Einführung einer Berufsarmee weigert sich die SPÖ fatalerweise, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Auslandseinsätze



Jetzt ist es absurderweise die ÖVP, die an das Trauma von 1934 erinnert, obwohl sie die Nachfolgepartei der Putschisten von damals ist. Dabei ist bekannt, dass beide Regierungsparteien für eine Berufsarmee sind, die bei Auslandseinsätzen mitmischen kann. Der Einsatz österreichischer Truppen im Tschad im Jahr 2008 hat unzweifelhaft der Rettung der Diktatur von Régis Debry gedient, und war von den wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und der restlichen EU-Länder beflügelt. Es sind exakt diese Art von Einsätzen, die sich hinter den schönen Worten »Friedenssicherung« und »Stabilisierung« verbergen.

Katastrophenschutz?



Andererseits sind die meisten Argumente zur Verteidigung der Wehrpflicht bei ehrlicher Betrachtung nur lächerlich. Katastrophenschutzeinsätze kann natürlich eine darauf spezialisierte Einrichtung wie etwa die Feuerwehr viel besser erledigen, wenn ihr auch das nötige Budget zur Verfügung gestellt würde. Und die Feuerwehr bräuchte dafür keine Abfangjäger, keine Raketen und müsste auch keine jungen Menschen kaputt machen.

Deshalb weg mit der Wehrpflicht und bleibt uns mit der Berufsarmee vom Leibe.

von Manfred Ecker

Zu allen Artikeln dieser Ausgabe


  eMail

Weiterführende Artikel: