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Revolte in Frankreich zeigt unsere Stärke

Sa. 30.10.10    
       


Seit Wochen machen Beschäftigte und Schüler mit Massenstreiks und Demonstrationen gegen die »Rentenreform« der Regierung des konservativen Premierministers Nicolas Sarkozy die Hölle heiß. Dieser Aufstand kann den Sparangriff verhindern. Charlie Kimber berichtet für Linkswende aus Paris.

Volle Rente erst ab 67 Jahren – die »Reform« von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat Symbolkraft: Die Reichen wollen die Arbeiter für die Krise zahlen lassen. Seit Wochen sind Arbeiter und Schüler dagegen auf den Barrikaden: Rund 2.700 der 12.600 Tankstellen Frankreichs haben kein Benzin mehr – Streik in allen zwölf Ölraffinerien. Fast 1.000 der 4.300 höheren Schulen sind in den Streik getreten, 600 werden blockiert. Die Proteste vom Dienstag und Mittwoch vergangener Woche bildeten den vorläufigen Höhepunkt.Die Polizeiging mit Brutalität gegen Schüler und Streikende vor.

Trotzdem war Isabelle am Samstag wieder gemeinsam mit Hnderttausend anderen Schülern auf der Straße: »Wir sind auch hier, weil wir hassen, was Sarkozy den Roma angetan hat und weil er sagt, dass alle Jugendlichen kriminell sind!« Yves, streikender Bahnarbeiter, über die Bedeutung der Schülerdemos: »Ich bin stolz auf die Unterstützung meiner Gewerkschaft. Aber wir brauchen überall Solidaritätsaktionen.« Jean, Lastwagenfahrer, erklärt: »Wir brauchen einen unbefristeten Generalstreik aller Arbeiter, damit wir gewinnen.«

Rückblende: Erstmals riefen die Gewerkschaften im Mai zu Protesten gegen die »Rentenreform«. Aber, so Patrice, ein Beschäftigter im Gesundheitswesen: »Die Führung tat das nur sehr halbherzig.« Doch das Zusammentreffen mit Sarkozys Angriffen auf die Roma brachte eine eigene Dynamik. »Das Ausmaß der Proteste im Juni und am 7. September kam völlig überraschend. Plötzlich waren alle auf der Straße! Und das nur wenige Tage nach großen Protesten gegen Sarkozys Angriffe auf die Roma«, erzählt Virginia, eine Lehrerin.

Weil das Gesetz die letzten parlamentarischen Instanzen durchlief, billigten die Gewerkschaftsführer weiter Streiks in Kernbereichen der Industrie. Gael, Mitglied der Ölgewerkschaft im Dachverband CGT meint: »Wir Öl- und Bahnstreikende und all die anderen müssen sehen können, dass sich die Bewegung ausweitet. Bisher waren die Gewerkschaftsführer sehr langsam. Ich hoffe, sie rufen diese Woche jeden in den Streik.« Die Gewerkschaftsführung steht auf der Bremse: »Das ist für mich eine ziemlich abstrakte Parole«, so Bernard Thibault, der Generalsekretär der CGT. Doch nur damit wird es einen Sieg geben.

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