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September - 2010
Muslime sind wieder im Mittelpunkt einer breiten, rassistischen Kampagne. Die Wahlkämpfe der FPÖ bestehen hauptsächlich aus Angriffen auf Muslime. Mit »Bürgerinitiativen« gegen angebliche Moscheebauten wird eine Hetz-Kampagne gefahren, die auch uniformierte Hardcore-Nazis anzieht.
Die FPÖ und Nazi-Gruppen haben sich auf ihr neues Feindbild eingeschossen. Man sollte meinen, in so einer Situation wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass fortschrittliche Kräfte sich vor die Zielscheiben des Rassismus stellen und der Hetze Solidarität entgegensetzen. Leider schrecken viele Linke aus falsch verstandener Religionskritik davor zurück, Muslime zu verteidigen. Aber es kommt sogar noch schlimmer, Leute aus dem pro-zionistischen Bereich beteiligen sich auch noch am Einprügeln auf Menschen mit muslimischem Background und versuchen sogar aktiv, Mobilisierungen gegen die rechten Islamfeinde zu schwächen. Und das in einer Zeit, in der wir breitesten Widerstand gegen die Hetze brauchen, mit der wieder einmal versucht wird, eine religiöse Minderheit zum Sündenbock zu machen. Islam und IsraelUm nach der Ermordung von neun Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte das Image-Desaster für Israel abzuschwächen, war man schnell dabei, die Aktivisten auf den Schiffen als »Islamisten« hinzustellen und Proteste gegen diesen Gewaltakt als »islamistisch motiviert« und »antisemitisch« zu denunzieren. Der umtriebige »Islamexperte« Thomas Schmidinger beschimpfte die tausenden Demonstranten, die empört über das Israelische Vorgehen waren: »Aus antisemitischem Antrieb« hätten »Gruppen zusammengefunden, die sonst wenig miteinander zu tun haben«. Der Integrationssprecher der islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi wurde als »Moslembruder« bzw. »Islamist« diffamiert. Er hatte es gewagt, auf einer Demo gegen den israelischen Piratenakt zu sprechen. Nun gesellten sich zu den üblichen rassistischen Attacken von Rechts auch der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, oder auch Heribert Schiedl vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands. Gerade Menschen, die eine antifaschistische Grundhaltung haben, müssten doch bemerken, wie hier auf ekelhafte Weise Stimmung gegen eine Minderheit gemacht wird. Aber wenn es darum geht, die israelische Politik zu rechtfertigen, ist offenbar jedes Mittel recht. Rechte Hetzer wie Strache und Vilimsky nehmen den Ball dankbar auf und entpuppen sich, ungeachtet ihrer antisemitischen Traditionen, als Verteidiger Israels. Sie greifen Al-Rawi fast wortgleich an und nennen die SPÖ nun genussvoll »Islamistenpartei« und Al-Rawi einen anti-israelischen Hetzer. Auf pro-israelischen Internetseiten und auf rassistischen, rechten Seiten wie »SOS-Heimat« wird Al-Rawi in derselben Diktion attackiert. Die FolgenFür den 18 . Juni rief ein breites Bündnis aus linken Gruppen und migrantischen Zusammenhängen zu einer Demo gegen die FPÖ-Vorfeldorganisation »Bürgerinitiative Rappgasse« auf. Die Demo war erfolgreich, die Nazis wurden gedemütigt. Im Vorfeld hatten sich Freunde Israels, wie Thomas Schmidinger, bemüht, die Demonstration zu schwächen. So wurde behauptet, die türkischen Antifaschisten wären faschistische türkische »Graue Wölfe« und auf der Demo würden Antisemiten marschieren. Diese Behauptungen haben vielleicht nicht viele überzeugt, aber wohl einige Aktivisten verunsichert, die deshalb nicht gegen die Nazis demonstrierten. Solche Aktivitäten bedeuten nichts Gutes für den weiteren Kampf gegen die FPÖ und helfen objektiv nur den Nazis. von Tom D. Allahyari Weiterführende Artikel:
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