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Rassismus | Geschichte | Rechtsextremismus | Nahost-Konflikt
September - 2010 Huda Shawaari (Mitte) auf einer Versammlung arabischer Feministinnen 1938 in Kairo Zwar findet man eine Vielzahl dummer und ekelhafter Artikel und Stellungnahmen arabischer Autoren zum Holocaust, wie diese aber herausgepickt und stellvertretend für die Haltung der gesamten arabischen Welt verwendet werden, ist reine Verleumdung, stellt Manfred Ecker dar. Es dient lediglich dem westlichen Konstrukt einer einheitlichen arabischen Ideologie. Vergessen wird von der Geschichtsschreibung, wie differenziert und vielschichtig arabische Intellektuelle, Politiker, Politikerinnen und Medien auf die Verfolgung der Juden und den Genozid an ihnen in Europa reagiert haben. Minderheitenposition?René Wildange, Berater der Grünen Bundestagsfraktion, kommt zu dem Schluss, dass Kritik gegenüber dem Nationalsozialismus in der arabisch-palästinensischen Presse keine Minderheitenposition war. Moralische Kritik an der Brutalität der Nazidiktatur, Kritik an der Religionsfeindlichkeit der Nazis, Kritik an der faschistischen Ideologie – alles hatte seinen Platz. Filastin, die wichtigste palästinensische Zeitschrift, erlaubte sich nicht einmal während des Kriegs zwischen den eigenen verhassten Besatzern, Großbritannien, und Deutschland den Luxus einer Scheinneutralität, sondern stellte sich hinter Großbritannien. Sie rief ihre Leserinnen und Leser auf, sich in einem Krieg zwischen demokratischen und diktatorischen Kräften hinter die Kräfte der Demokratie zu stellen. Auch Israel Gershoni von der Universität in Tel Aviv widerlegt erfolgreich die vorherrschende Geschichtsschreibung, dass die ägyptische Presse mehrheitlich das Naziregime unterstützt hätte. Artikel in Al-Risála waren qualitativ vergleichbar mit dem Besten, was der Westen zu bieten hatte und attackierten den Faschismus für seinen totalitären Charakter, wegen seines Rassismus und seiner imperialistischen Tendenzen. Arabischer AntifaschismusDie arabischen Kommunisten gründeten zum Teil sehr erfolgreiche antifaschistische Komitees, die zahlreiche prominente Mitglieder anzogen. Die syrisch-libanesische »Liga für den Kampf gegen den Faschismus« veranstaltete im Mai 1939 in Beirut eine aufwändige Konferenz, bei der zahlreiche Abgeordnete teilnahmen und welche die Unterstützung des späteren syrischen Staatspräsidenten Shukri al-Quwwatli bekam. Der »Hitler-Stalin-Pakt« vom August 1939 war dann ein furchtbarer Rückschlag für diese Aktivitäten. Jüdische FlüchtlingePräsident Roosevelt lud im Juli 1938 als Reaktion auf die immer stärkeren Forderungen nach einer Öffnung der Grenzen der USA für jüdische Flüchtlinge 32 westliche Staaten zur Evian Konferenz ein. Das Ergebnis war gleich Null – nur die Dominikanische Republik wollte mehr jüdische Flüchtlinge aufnehmen – was sehr zornige Reaktionen im arabischen Raum hervorrief. Ein gutes Beispiel für die reflektierte und konsequente Haltung vieler Araber gegenüber dem Holocaust ist die erste Versammlung arabischer Feministinnen in Solidarität mit Palästina im Oktober 1938 in Kairo. In ihrer Eröffnungsrede attackierte die berühmte ägyptische Feministin Huda Shaarawi die westlichen Nationen: » nicht einmal die USA oder Großbritannien haben ihre Bereitschaft erklärt, diese zurückgewiesenen, obdachlosen Menschen aufzunehmen, während Palästina, wohin sie weder familiäre noch nationale Bande haben, bis heute 400.000 aufgenommen hat.« Wie Huda Shawaari argumentierten zahlreiche Politiker auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg. Man sei bereit, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen, aber der Westen müsse auch seine Grenzen für die Opfer des Nationalsozialismus öffnen. Wie käme das kleine Palästina dazu, die Hauptlast zu tragen? Ein Abkommen mit den Zionisten wurde davon abhängig gemacht, ob sie vorhätten, aus Palästina eine jüdische Nation zu machen, oder ob sie bereit wären, eine jüdische Heimat innerhalb Palästinas zu finden. Shukri al-Quwwatli erklärte, dass die arabischen Nationalisten sich kategorisch gegen die erste Option stellen würden, im zweiten Fall aber wären die sie bereit, eine Lösung zum Vorteil beider Seiten zu finden. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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